Thüringen: Holz soll für Innovationen beim Bauen sorgen

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Die Vorstellung der Manoah-Ferienhäuser am Zeulenrodaer Meer, eine der innovativsten Ferienhaussiedlungen in Deutschland, diente heute als Anlass für den Kongress „Nachhaltiges und klimaneutrales Bauen mit Holz“. Auf dem vom Thüringer Wirtschaftsministerium sowie vom Infrastrukturministerium ausgerichteten Kongress diskutierten Vertre­ter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, wie der nachhaltige und klimaneutrale Holzbau in Thüringen forciert werden kann. Ziel der Lan­desregierung ist es, Bauen mit Holz weiter zu fördern und sogar eine komplette Thüringer Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zum Gebäude zu etablieren.

„Mit dem Kongress wollen wir das Thema auf die politische Tagesordnung heben und Thüringen als Vorreiter in diesem Bereich etablieren. Nachhal­tiges Bauen mit Holz ist nicht nur touristisch attraktiv sowie bauenergetisch und klimastrategisch sinnvoll, sondern kann regionale Wertschöpfungsketten mit einheimischen Unternehmen stärken“, betonten sowohl Wirtschafts­staatssekretärin Valentina Kerst als auch Infrastrukturstaatssekretärin Susanna Karawanskij.

Manoah-Ferienhäuser als Referenzprojekt für nachhaltiges Bauen

„Die Manoah-Ferienhäuser sind ein Meilenstein für modernen und nachhalti­gen Tourismus und zeigen, wie klimaneutrales Bauen funktionieren kann“, so Kerst weiter. Mit dem „Thüringer Corporate Design für Ferienhäuser“ beste­chen die vom Bio-Seehotel Zeulenroda betriebenen Ferienhäuser nicht nur durch ihr modernes Inneres, sondern auch durch ihre klimaneutrale Bau­weise aus Holz. Gebaut mit dem innovativen System „Holz 100“ der öster­reichischen Firma Thoma Holz GmbH, bestehen die Häuser ausschließlich aus dem Rohstoff Holz ohne Einsatz von Leim, Chemie oder Holzschutz­mitteln.

„Hier in Zeulenroda fügen sich verschiedene Teile zu einem Ganzen zusam­men, das als Referenzprojekt für Investitionen und Wertschöpfungsketten in Thüringen stehen kann: zielgerichtete Investition des Landes, vorbildhaftes Engagement eines privaten Investors und nachhaltiges Bauen“, so Kerst weiter. „Vorzeigeobjekte wie ‚Manoah‘, Netzwerke wie der Landesbeirat ‚Wald und Holz Thüringen‘ und das Bündnis ‘Holz-21-regio‘ sowie Produk­tionsstätten im Land für nachhaltiges Bauen bieten eine gute Ausgangsbasis, um eigene Wertschöpfungsketten zu etablieren.“

Bauen mit Holz für mehr Wertschöpfung in Thüringen

„Es liegt enormes Potenzial darin, unser Holz durch regionale Wertschöp­fungsketten noch nachhaltiger zu nutzen“, betont auch Karawanskij. „Der nachwachsende Baustoff Holz ist ein optimaler Ersatz für Zement und Stahl. Die Förderung des Bauens mit Holz ist für die Landesregierung ein wichtiges politisches Ziel. Wir wollen in Thüringen Holz in noch größerem Maße bei Bauten des Landes einsetzen und auch bei weiteren Verarbeitungsstufen zum Vorreiter werden. Die rechtlichen Grundlagen haben wir dafür bereits geschaffen.“

Karawanskij verwies zudem auf die große Bedeutung des Clusters Forst und Holz für Freistaat und vor allem seine ländlichen Räume. Jährlich erwirt­schaften mehr als 40.000 Menschen in dieser Branche einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro und leisten einen entscheiden Beitrag zur Steigerung der Le­bensqualität im Freistaat. Die Initiative zu einem verstärkten Holzbau erweite­re die Wertschöpfungskette für den Cluster Forst und Holz und trage dazu bei, diesen Wirtschaftszweig und den ländlichen Raum weiter zu stärken, so die Staatssekretärin.

Bündnis „Holz-21-regio“

Wie dieser Ansatz praktisch umgesetzt werden kann, diskutiert derzeit be­reits das an der FH Erfurt angesiedelte Netzwerk „Holz-21-regio“ unter der Leitung von Prof. Erik Findeisen. Am konkreten Beispiel Thüringer Wald soll die Wertschöpfungskette Wald-Holz-Gesellschaft für einen Strukturwandel im ländlichen Raum entwickelt werden, ohne jedoch das Wohl der darin leben­den Menschen und die ortstypische Biodiversität zu beeinträchtigen. Das Bündnis aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wirtschaft und Kom­munen versteht sich als branchenübergreifender Impuls- und Ideengeber. Das Projekt wurde jüngst im Rahmen eines Förderprogramms vom Bundes­forschungsministerium für die Konzeptphase ausgewählt und erarbeitet der­zeit den Antrag für die Umsetzungsphase.

Hintergrund: Die Manoah-Ferienhäuser

Mit der Premium-Ferienhausanlage „Manoah“, die im Oktober eröffnet wird, entsteht am Strandbad Zeulenroda ein innovatives Angebot für Familien und Aktivurlauber. Die vom Bio-Seehotel betriebene Anlage umfasst im ersten Teilbereich 21 barrierearme Ferienhäuser, im zweiten Teilbereich sind neun weitere Ferienhäuser geplant. Insgesamt entstehen rund 120 neue Über­nachtungsplätze. Hinzu kommt ein zugehöriger „Manoah-Markt“, der den Gästen als digitales Angebot zur Verfügung steht. Das 7,5 Millionen Euro teure Vorhaben wird mit 750.000 Euro vom Freistaat gefördert. Die Häuser wurden durch das Architekturbüro Büro Müller & Lehmann in Bad Berka erbaut und im Inneren von der Architektin Birgit Wessendorf aus Berlin gestaltet.

Hintergrund: Holzwirtschaft in Thüringen

Der Wald bedeckt mehr als ein Drittel der Fläche des Freistaats. Daraus er­gibt sich eine Gesamtfläche von 550.000 Hektar Wald, womit Thüringen im Vergleich der waldreichsten Bundesländer an siebter Stelle steht. Der Cluster Forst und Holz ist als Wirtschaftszweig vor allem im ländlichen Raum einer der größten Arbeitgeber mit etwa Sägewerken, Handwerkern, Herstellern von Papier und Pappe oder Möbeln.

Quelle

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