Große Wende in der Zuckerindustrie?

Die Zuckerindustrie soll Medienberichten zufolge einen großen Wandel vollziehen. Produzenten von Fertigpizzen, Limonaden und Co sehen im Zucker eine unersetzbare Zutat. Geschmacksträger und zugleich Süchtigmacher für viele Menschen aus der deutschen Bevölkerung. Weltweit ist der Zuckergehalt in Coca Cola und Fertiggerichten längst zum Problem geworden. Der Gesundheit wird mehr geschadet als je zuvor. In den frühen Tagen des 20. Jahrhunderts sah die Ernährung noch ganz anders aus. Doch der Mensch lebt schneller, die Zeit wird knapper. Gesundes Kochen daheim zur Seltenheit.

Jährlich werden 160 Millionen Tonnen an Zucker produziert. Eine gigantische Menge, die ihre Abnehmer findet. Foodwatch forderte sogar eine zusätzliche Abgabe auf zuckerhaltige Getränke. Der Zuckeranteil von über 5% sei langfristig nicht tragbar. Der globale Zuckermarkt weist mittlerweile ein Volumen von 75 Milliarden Dollar auf. Von Jahr zu Jahr erhöht sich gar noch der Zuckerverbrauch in der Bevölkerung. Krankheiten wie Übergewicht, Karies und Diabetes – viele negative Seiten hat der süßmachende Stoff. Bisher hat der Gesetzesgeber keinen Riegel vorgeschoben, doch das soll sich bald ändern: Zucker Höchstgrenzen für Fertigprodukte aus dem Handel.

Foodwatch: Abgabe auf zuckerhaltige Getränke

Die großen Produzenten von Nahrungsmitteln setzen immer mehr auf Süßstoffe oder arbeiten auf eine Verringerung der Zuckermengen hin. Süßstoffe können jedoch ebenfalls heimtückisch sein. Die Nebenwirkungen sind nicht zu verschweigen. Besorgniserregend ist jedoch vor allem, dass sich die Verbraucher nicht mehr genau bewusst darüber sind in welchen Lebensmitteln überhaupt Zucker drin steckt. So versteckt sich zum Beispiel auch in Toast oder Pizza keine unerhebliche Menge an Zucker. Nestlé sei sich den Gesundheitsrisiken bewusst geworden und habe seit 2014 weltweit den Zuckeranteil in seinen Produkten um 8% oder 39.000 Tonnen reduziert.
Hersteller in der Kritik

In Mexiko wurde bereits 2014 eine Steuer in Höhe von 10% auf Getränke mit Zuckergehalt eingeführt. Um zwölf Prozent sei der Absatz der Produkte seit dem gesunken. Grund für die Maßnahme: Ein weiter Teil der Bevölkerung leidet dort wie auch in den USA massiv unter Übergewicht. Die Unternehmen seien maßgeblich daran schuld. Zwar fehlt es vielerorts noch an Aufklärung, dennoch gibt es in Europa Hunderttausende Lebensmittelhersteller und Getränkehersteller, die Zucker verwenden. Der Anteil in den Produkten liegt deutlich über der Tagesgrenze. WHO empfiehlt maximal 6 Teelöffel Zucker pro Tag. Nahezu 40 Stück Würfelzucker stecken in einer Flasche Coca Cola! Viel zu viel warnen Experten. Viele Konzerne, die insbesondere Süßgetränke vertreiben setzen inzwischen auf diverse Süßstoffe.

Die meisten Süßstoffe werden im Labor erzeugt. Besonders oft im Einsatz sind Süßstoffe wie Aspartam, Stevia, Xylit oder Extrakte aus der Agave. Als Coca Cola in den 80ern seine Rezeptur umstellte und zusätzlich Light Limonaden anbot, schien sich ein neuer Trend der Diät Getränke zu etablieren. In den vergangenen Jahren seien so Tonnen an Zucker eingespart worden. Doch das ist nicht genug. Bis zum Jahre 2020 sollen im gesamten Europa die Anteile in Zucker um mehr als 10% weiter sinken. Coca Cola macht den Großteil seines Umsatzes mit Limonaden, will jedoch vermehrt auch Mineralwasser umsetzen. In diesem Jahr wird sich Isoglukose etablieren und auch in Europa frei gehandelt werden. Isoglukose steckt in vielen Lebensmitteln, die wir konsumieren, er gilt jedoch als gefährlicher Zuckerersatz. Das Freihandelsabkommen TTIP soll den Einsatz von Isoglukose noch weiter erleichtern.
Sirup statt Zucker in den Getränken.

Ob die Unternehmen mit ihren Versprechen erfolgreich sein werden, beziehungsweise diese auch wie gewollt umsetzen steht auf einem anderen Blatt. Die Weltgesundheitsorganisation hat bereits weltweit zu Regulierungen aufgerufen. Mexiko war eines der ersten Länder, dass reagierte. Neben klassischem Zucker kommt auch das Problem des Zuckersirups dazu. Besonders Maissirup aus den USA gilt als verheerend, da günstiger aber dennoch ungesund. Der Import eines solchen Sirups war bisher beschränkt, dies kann sich jedoch dank TTIP und Co bald ändern.

Erste Vermutungen kursieren, dass ein großer Prozentsatz des Zuckers durch Isoglukose ersetzt werden wird. Dadurch würden Getränke und Speisen keinesfalls gesünder werden. Manche Unternehmen suchen weiter nach Alternativen oder erwägen heimischen Rübenzucker zu exportieren. Auch der Maissirup bürgt große Risiken für die Gesundheit, allein aufgrund des hohen Fruchtzuckeranteils. Dieser begünstige Fettleibigkeit. Es bleibt abzuwarten, wie die einzelnen führenden Hersteller reagieren werden.

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