Ilham Tohti aus China erhält Weimarer Menschenrechtspreis 2017

Der chinesische Wissenschaftler Ilham Tohti wird für seinen Einsatz für die Rechte der Uiguren in der Provinz Xinjiang mit dem Weimarer Menschenrechtspreis 2017 ausgezeichnet. Das hatte der Stadtrat in seiner nicht öffentlichen Sitzung am 29. Juni beschlossen. Er folgte damit der Empfehlung des Vergabebeirates des Weimarer Menschenrechtspreises, der sich für einen Vorschlag der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ausgesprochen hatte.

Aus der Begründung des Stadtrates:

„Als renommierter Professor für Wirtschafts- und Sozialfragen an der Zentralen Nationalitäten-Universität Peking hat Ilham Tohti über Jahrzehnte unermüdlich versucht, eine breite Öffentlichkeit auf die gravierenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Missstände der Uiguren in Xinjiang hinzuweisen. Dabei ist er stets für eine friedliche Koexistenz zwischen den Volksgruppen der Uiguren und Han-Chinesen sowie weiterer Minderheiten eingetreten und hat von der chinesischen Regierung lediglich die Einhaltung des bestehenden Autonomiegesetzes angemahnt.

Im September 2014 wurde der ethnische Brückenbauer und unbequeme Mahner, der sich stets dafür aussprach, dass die Autonome Provinz Xinjiang fester Bestandteil der Volksrepublik China bleibt, vom Mittleren Volksgericht in Urumchi wegen Separatismus zu lebenslanger Haft verurteilt.
Das drakonische und weltweit kritisierte Strafmaß gegen Ilham Tohti lässt daran zweifeln, dass Chinas Regierung an einer friedlichen und substantiellen Lösung der Probleme in der Region interessiert ist, in der die Uiguren die Bevölkerungsmehrheit stellen.
Der Stadtrat erhofft sich von der Auszeichnung, dass Tohtis Botschaft von Frieden und Dialog nicht vergessen wird und die Bemühungen für seine Freilassung verstärkt werden.“

Das beigefügte Foto können Sie unter der angegebenen Quellenangabe kostenfrei verwenden.

Über den Weimarer Menschenrechtspreis:

Der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar wird seit 1995 einmal jährlich an Personen oder Organisationen vergeben, die sich einsetzen für:

  • die Freiheit und Gleichheit aller Menschen,
  • die Verhütung und Ächtung von Völkermord,
  • das Recht auf freie Meinungsäußerung des Einzelnen und auf freie Informationen,
  • die Beteiligung von Menschen an öffentlichen Angelegenheiten ihres Staates,
  • die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sowie die Durchführung von freien, geheimen und periodisch wiederkehrenden Wahlen,
  • die Achtung und Bewahrung von politischen, ethnischen, kulturellen und religiösen Rechten von Minoritäten,
  • politisch, geschlechtsspezifisch, religiös und rassisch Verfolgte und die für diese Menschen Lebensperspektiven im Heimat- oder Aufnahmeland eröffnen,
  • die Abschaffung der Todesstrafe,
  • die Minimierung von Waffen- und Rüstungsexporten in Krisengebieten und an nicht demokratisch legitimierte Regierungen,
  • die Umsetzung von zukunftsweisenden politischen und ethischen Grundsätzen,
  • die Rechte von Kriegsopfern und anderen Opfern von Gewalt.

Die Verleihung findet am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, in öffentlichem, festlichem Rahmen statt.

 

Quelle: Stadtverwaltung Weimar.

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