Während in großen Teilen Deutschlands bereits feststeht, dass Busse und Bahnen am kommenden Donnerstag, den 19. März 2026, in den Depots bleiben, herrscht in Thüringen aktuell noch die „Ruhe vor dem Sturm“. Trotz der bundesweiten Streikaufrufe der Gewerkschaft ver.di gibt es für die thüringischen Verkehrsbetriebe zum jetzigen Zeitpunkt noch keine offizielle Streikankündigung. Auf der Webseite von Verdi ist dazu bisher nichts zu finden.
Stillstand in fünf Bundesländern bereits sicher
Die Gewerkschaft ver.di hat für Donnerstag eine massive Ausweitung der Arbeitskämpfe angekündigt. In den meisten kommunalen ÖPNV-Unternehmen in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Brandenburg und dem Saarland wird der Verkehr am Donnerstag nahezu vollständig zum Erliegen kommen. Hier wurden die Beschäftigten bereits offiziell zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.
Thüringen in der Warteschleife
Dass Thüringen bisher nicht auf der Liste der bestätigten Streikgebiete steht, bedeutet jedoch keine Entwarnung für Pendler und Schüler im Freistaat. Die Situation ist derzeit besonders brisant:
- Verhandlungen auf zwei Ebenen: In Thüringen geht es am Verhandlungstisch nicht nur um die Mantel-Tarifverträge (Arbeitsbedingungen), sondern gleichzeitig auch um die Entgelte. Dies erhöht das Potenzial für kurzfristige Arbeitskämpfe erheblich.
- Strategische Taktik: ver.di hält sich die Option offen, Streiks in Thüringen sehr kurzfristig anzukündigen, um den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Gesprächen maximal zu erhöhen.
- Punktuelle Aufrufe: Es ist möglich, dass ver.di nicht den gesamten Freistaat gleichzeitig aufruft, sondern sich auf Schwerpunkte wie Erfurt, Jena oder Gera konzentriert.
Wann kommt Klarheit?
Die Entscheidung, ob am Donnerstag auch in Thüringen gestreikt wird, fällt voraussichtlich im Laufe des Mittwochs. Die Gewerkschaft nutzt das Zeitfenster bis 24 Stunden vor Streikbeginn, um auf etwaige Angebote der Arbeitgeberseite zu reagieren.
Sollte bis Mittwochmittag keine Annäherung erzielt werden, ist mit einem offiziellen Streikaufruf für den Donnerstagmorgen zu rechnen. Fahrgäste in Thüringen sollten daher die Nachrichtenlage am morgigen Mittwoch genau verfolgen.


