Deutschlandstipendium: Thüringen bleibt bundesweites Schlusslicht bei der Förderung

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Während die Zahl der Deutschlandstipendien bundesweit leicht wächst und die Hochschulen immer mehr private Gelder akquirieren, hinkt Thüringen im Ländervergleich hinterher. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, teilte sich der Freistaat im Jahr 2025 gemeinsam mit Berlin den unrühmlichen letzten Platz bei der Förderquote. Nur mickrige 0,6 Prozent aller thüringischen Studierenden erhielten die finanzielle Unterstützung – das ist die niedrigste Quote im gesamten Bundesgebiet. Zum Vergleich: Im Saarland, dem Spitzenreiter des Rankings, lag die Quote mit 1,9 Prozent mehr als dreimal so hoch. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 1,2 Prozent.

Das Prinzip: Staat und Wirtschaft teilen sich die Kosten

Das seit dem Sommersemester 2011 existierende Deutschlandstipendium soll Studierende unterstützen, deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt. Die Geförderten erhalten monatlich 300 Euro, die in der Regel für mindestens zwei Semester gezahlt werden.

Das Besondere ist die Finanzierung: Die Summe wird je zur Hälfte vom Bund und von privaten Mittelgebern getragen. Der Haken für den Freistaat: Die Hochschulen müssen die privaten Geldgeber selbst von sich überzeugen und die Mittel aktiv einwerben.

Deutschlandweit gelang das im Jahr 2025 hervorragend: Die Hochschulen akquirierten insgesamt 35 Millionen Euro von privaten Förderern – ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hauptgeldgeber waren dabei:

  • Stiftungen, Vereine & Genossenschaften: 15,5 Millionen Euro (2.590 Mittelgeber)
  • Kapitalgesellschaften (Unternehmen): 9,3 Millionen Euro (2.960 Mittelgeber)
  • Privatpersonen & Einzelunternehmen: 4,5 Millionen Euro (2.040 Mittelgeber)

Warum tut sich Thüringen so schwer?

Dass Thüringen zusammen mit Berlin das Schlusslicht bildet, hat strukturelle Gründe. Für das Deutschlandstipendium braucht es eine starke, lokal verwurzelte Wirtschaft mit großen Unternehmenszentralen, die bereit sind, in den akademischen Nachwuchs zu investieren. Während das Saarland hier stark aufgestellt ist, ist die thüringische Wirtschaftsstruktur stark mittelständisch und kleinteilig geprägt. Große DAX-Konzerne, die problemlos dutzende Stipendien auf einmal finanzieren, fehlen im Freistaat fast völlig.

Hinzu kommt, dass die Hochschulen in einem harten Wettbewerb um die Gunst der regionalen Unternehmen stehen. Einigen kleineren Hochschulstandorten im Freistaat fehlt schlicht die Manpower, um aufwendige Fundraising-Kampagnen zu betreiben.

Bundeweit leichtes Plus bei den Stipendien

Abseits der thüringischen Flaute entwickelt sich das Programm positiv. Insgesamt 33.500 Studierende kamen 2025 bundesweit in den Genuss des Stipendiums. Das entspricht einem Zuwachs von 1,5 Prozent im Vergleich zu 2024.

Für Thüringens Studierende bleibt der Zugang zu dieser einkommensunabhängigen Förderung im laufenden Sommersemester und dem kommenden Wintersemester 2026 dennoch ein Nadelöhr. Wer hier exzellente Leistungen erbringt, muss oft auf andere Stiftungen oder klassische Fördermodelle ausweichen, da die hiesigen Hochschulen schlicht zu wenig private Partner finden, um das Bundesgeld zu spiegeln.

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