Ob am Telefon, per Computer oder direkt an der Haustür: International agierende Tätergruppen lassen sich immer neue, perfide Wege einfallen, um an das Geld unbescholtener Bürger zu gelangen. Die Schäden gehen oft in die Tausende, in Einzelfällen sogar in die Hunderttausende von Euro. Die Polizei warnt eindringlich und gibt wertvolle Tipps, um nicht selbst zum Opfer zu werden.
Die Maschen am Telefon und im Netz: Von „Falschen Polizisten“ bis Phishing
Die Methoden der Betrüger sind vielfältig und psychologisch geschickt aufgebaut. Besonders häufig treten folgende Szenarien auf:
- Falsche Polizeibeamte: Kriminelle geben sich am Telefon als Polizisten aus und behaupten beispielsweise, in der Nachbarschaft sei eingebrochen worden. Sie drängen darauf, Wertsachen oder Geld zur „Sicherheit“ an die Polizei zu übergeben.
- Fingierte Bankanrufe: Vermeintliche Bankmitarbeiter kontaktieren Opfer wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten auf dem Konto und versuchen, Passwörter oder TAN-Nummern zu entlocken.
- Phishing: Über gefälschte E-Mails oder SMS (oft im Namen von Paketdiensten, Banken oder Behörden) werden sensible Kontodaten abgegriffen.
Die goldene Regel von Banken und Polizei: Seriöse Institutionen und die Polizei rufen Sie niemals an, um Auskünfte über Ihre Vermögenswerte, Passwörter oder Kontodaten zu verlangen. Geben Sie solche Daten am Telefon niemals preis und informieren Sie bei verdächtigen Anrufen umgehend die Polizei.
Gefahr an der Haustür: Die „Vertretermasche“
Nicht nur digital, sondern auch ganz analog an der Haustür schlagen Betrüger zu. Bei der sogenannten Vertretermasche klingeln angebliche Mitarbeiter von Strom-, Wasser- oder Gasanbietern, Vertreter von Staubsaugerherstellern oder Autohäusern unangekündigt an der Wohnungstür.
Unter dem Vorwand einer Überprüfung, eines Angebots oder einer vermeintlichen Störung erfragen sie direkt sensible persönliche Daten oder Kontoinformationen. Werden diese leichtfertig herausgegeben, folgt das böse Erwachen oft nur wenig später: Die Konten der Betroffenen werden leergeräumt. Das Geld wird meist über ausländische Konten ins Ausland transferiert, wodurch es in den allermeisten Fällen unauffindbar bleibt und nicht zurückgeholt werden kann.
Ältere Menschen besonders im Visier der Täter
Statistiken zeigen deutlich, dass vor allem ältere Mitmenschen die Hauptzielgruppe dieser Betrügereien sind. In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung fällt es Senioren oft schwer, die Echtheit eines Anrufers oder eines Vertreters an der Tür richtig einzuschätzen.
Hinzu kommt ein oft tief verwurzeltes Grundvertrauen sowie eine hohe Auskunftsbereitschaft gegenüber vermeintlichen Autoritäten wie der Polizei oder bekannten Unternehmen. Genau diese Gutgläubigkeit nutzen die Täter schamlos aus.
So schützen Sie sich und Ihre Angehörigen
- Seien Sie misstrauisch: Hinterfragen Sie ungewöhnliche Forderungen oder Fragen nach Ihren Finanzen – sowohl am Telefon als auch an der Haustür.
- Nichts unterschreiben oder herausgeben: Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung und geben Sie keine Kontodaten oder Ausweisdokumente an der Tür heraus.
- Gegenprüfen: Legen Sie bei verdächtigen Anrufen auf und rufen Sie die entsprechende Institution (Bank, Polizei etc.) unter der offiziell bekannten Telefonnummer selbst zurück.
- Sprechen Sie darüber: Informieren Sie ältere Verwandte, Nachbarn und Bekannte über diese Betrugsmaschen. Aufklärung ist der beste Schutz.
Ausführliche Informationen und Tipps zu den einzelnen Betrugsmaschen finden Sie direkt auf der offiziellen Informationsseite der Polizei unter polizei-beratung.de.


