Eine kurze Raucherpause auf dem Bahnsteig hat am Donnerstagabend zu einem unfreiwilligen Abenteuer für ein einjähriges Mädchen und einem gehörigen Schreck für dessen Vater geführt. Der 38-jährige Mann befand sich zusammen mit seiner kleinen Tochter auf der Zugfahrt von München nach Erfurt. Als der ICE im Bahnhof Bamberg hielt, nutzte der Vater den Aufenthalt, um auf dem Bahnsteig eine Zigarette zu rauchen. Dabei unterschätzte er jedoch den straffen Fahrplan der Deutschen Bahn: Bevor er wieder einsteigen konnte, schlossen sich die Türen, und der Schnellzug setzte seine Fahrt in Richtung Thüringen fort – mit der Einjährigen an Bord, aber ohne den Vater.
Der aufgelöste Mann wandte sich umgehend an das Bahnpersonal in Bamberg. Dank des raschen Reagierens und einiger gezielter Telefonate wurden sowohl die Kundenbetreuer im fahrenden ICE als auch die Bundespolizei informiert. Die Zugbegleiter kümmerten sich umgehend um das alleinreisende Kind.
Beim nächsten planmäßigen Halt im Erfurter Hauptbahnhof nahmen Beamte der Bundespolizei das kleine Mädchen samt Kinderwagen sicher in Empfang und betreuten es in den Diensträumen der Inspektion.
Der Vater stieg in den nächstmöglichen ICE und reiste seiner Tochter nach. In Erfurt angekommen, konnte er das unversehrte Kind erleichtert wieder in die Arme schließen. Nach der ganzen Aufregung steckte sich der Mann erst einmal eine weitere Zigarette an – dieses Mal allerdings, ohne seine Tochter auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen.


