In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 verzeichnete die Tourismusbranche in Thüringen rund 4,6 Millionen Übernachtungen. Damit schließt der Freistaat mit einem leicht positiven Saldo von knapp 500 Übernachtungen nahezu nahtlos an das Ergebnis des Vorjahreszeitraums an.
Erfurt führt regionales Wachstum an
Der stärkste prozentuale Zuwachs von Januar bis Juni ging erneut auf das Konto der Landeshauptstadt: Erfurt verbuchte ein Plus von 4,9 Prozent und kam auf insgesamt rund 529.000 Übernachtungen. Neben Erfurt verzeichneten weitere Regionen Thüringens im ersten Halbjahr Zugewinne gegenüber 2025:
- Thüringer Rhön: +1,8 %
- Weimarer Land: +1,8 %
- Eichsfeld: +1,4 %
- Thüringer Vogtland: +0,6 %
- Altenburger Land: +0,5 %
- Region Südharz-Kyffhäuser: +0,2 %
Betrachtet man die Unterkunftsarten, verzeichneten insbesondere Schulungsheime mit einem Zuwachs von 5,6 Prozent das kräftigste Plus. Auch Vorsorge- und Rehabilitationskliniken, Hotels garnis sowie klassische Hotels blicken auf ein positives erstes Halbjahr zurück.
Starker Mai mit hoher Camping-Nachfrage
Der Wonnemonat Mai bescherte den Beherbergungsbetrieben im Freistaat rund eine Million Übernachtungen, was einem leichten Anstieg von 0,3 Prozent (ca. 3.000 Übernachtungen mehr als im Vorjahresmonat) entspricht.
Besonders dynamisch entwickelte sich der Mai im Altenburger Land mit einem Zuwachs von 17,6 Prozent. Das Thüringer Vogtland, das Eichsfeld und das Weimarer Land erzielten jeweils Steigerungen von über 5 Prozent. Einen ausgeprägten Boom erlebten die Campingplätze: Mit rund 100.000 Übernachtungen übertrafen sie das Mai-Ergebnis aus 2025 um 19,6 Prozent.
Bundesweiter Trend dämpft Juni-Ergebnis
Im Juni zeigte sich die Entwicklung hingegen rückläufig. Mit insgesamt etwa 957.000 Übernachtungen lag der Wert um ca. 36.000 unter dem Ergebnis des Vorjahresmonats. Damit liegt Thüringen im bundesweiten Trend: Abgesehen vom Saarland, Hamburg und Nordrhein-Westfalen meldeten sämtliche Bundesländer für den Juni sinkende Zahlen. Deutschlandweit gab das Ergebnis im Schnitt um 3,1 Prozent nach.
Trotz des Gesamtrückgangs hoben sich im Juni einzelne Thüringer Zielgebiete positiv ab. Erfurt legte mit einem Plus von 7,4 Prozent erneut deutlich zu. Auch das Eichsfeld (+5,0 %), Weimar (+2,1 %) und die Region Südharz-Kyffhäuser (+0,7 %) behaupteten sich im Plus.
Einen spürbaren Rückgang von 26 Prozent verzeichnete im Juni das Altenburger Land. Nach Angaben des örtlichen Tourismusverbandes ist dies auf laufende Sanierungsarbeiten in Beherbergungsbetrieben zurückzuführen, wodurch temporär nicht die vollen Bettenkapazitäten nutzbar waren.
Gegen den Trend zulegen konnten im Juni Schulungsheime (+5,5 %), Hotels garnis (+5,0 %), Hotels (+3,0 %) sowie Vorsorge- und Rehabilitationskliniken (+2,5 %).
Verschiebung der Pfingstferien beeinflusst Camping-Zahlen
Einen deutlichen Einbruch erlebte im Juni das Campingsegment mit einem Minus von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies lässt sich im Wesentlichen durch die Terminierung der Feiertage erklären: Fielen 2025 sowohl die Pfingstfeiertage als auch die zweiwöchigen Pfingstferien komplett in den Juni, lag Pfingsten 2026 bereits im Mai, wodurch sich lediglich ein Teil der Ferien im Juni befand.


