Ein gewagtes Täuschungsmanöver kam fünf jungen Fahrgästen am Samstagmittag teuer zu stehen: Weil die avisierte Bahn Verspätung hatte, klickten am Erfurter Hauptbahnhof die Handschellen.
Die vier Jugendlichen und ein Heranwachsender hatten sich zuvor mit einem Großraumtaxi von der Raststätte Teufelstal bis nach Erfurt chauffieren lassen. Am Ziel angekommen, gaben die fünf Fahrgäste vor, noch schnell Bargeld am Automaten abheben zu wollen, um die Fahrt zu begleichen. Als angebliche Absicherung und wertvolles Pfand überließen sie dem Taxifahrer eine „Goldkette“.
Zugverspätung wird den Zechprellern zum Verhängnis
Doch die Gruppe kehrte nicht mehr zurück. Der Taxifahrer hegte schnell arge Zweifel an der Echtheit des Schmuckstücks und informierte geistesgegenwärtig die Bundespolizei.
Dank einer präzisen Personenbeschreibung konnten die Beamten die Gesuchten kurz darauf noch direkt am Hauptbahnhof ausfindig machen und stellen. Dass die Zechpreller überhaupt noch vor Ort anzutreffen waren, hatten sie der Bahn zu verdanken: Da ihr geplanter Zug Verspätung hatte, verweilten sie unfreiwillig länger als geplant am Erfurter Verkehrshalt.
Ermittlungsverfahren und unschöne Überraschung für die Eltern
Bei der Identitätsfeststellung der vier Deutschen sowie eines Syrers im Alter von 16, 17, 18 und 21 Jahren bestätigte sich auch der Verdacht des Taxifahrers: Die als Pfand hinterlassene Kette erwies sich als völlig minderwertiger Ramsch.
Die Polizeibeamten setzten umgehend die Eltern der drei Minderjährigen über den Vorfall in Kenntnis. Die fünf jungen Männer erwartet nun nicht nur die Nachzahlung des ausstehenden Fahrpreises, sondern auch ein handfestes Ermittlungsverfahren wegen Betruges.


