Jena: Knapp 8,9 Millionen Förderung für Deutsches Optisches Museum

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Farbforschen ©studio klv

Tiefensee: Multimediale Ausstellung in Jena mit internationaler Ausstrahlung. Verbindung von Tradition und Zukunft wird einzigartig.

Voraussichtlich 2024 wird das komplett erneuerte Deutsche Optische Museum (D.O.M.) in Jena nach seinem vierjährigen Umbau wiedereröffnen. Auf einer fast dreimal so großen Ausstellungsfläche entsteht bis dahin eine Erlebniswelt, die physikalische Phänomene im Bereich Optik und Photonik multimedial zugänglich macht. Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee übergab heute einen Förderbescheid über knapp 8,9 Millionen Euro für die Neukonzeption und Gestaltung der Ausstellung. „Mit dem Umbau schaffen wir ein einzigartiges Museum als Schnittstelle von Geschichte, Wissenschaft und Wirtschaft, das hohe Strahlkraft ins In- und Ausland haben wird“, betonte er bei der Übergabe an den Gründungsdirektor des Deutschen Optischen Museums, Prof. Dr.-Ing. Timo Mappes. Bereits Anfang letzten Jahres erhielt das Museum 1,2 Millionen Euro der Gesamtförderung für Planung und Baunebenkosten. Fotos der Übergabe und zur geplanten Ausstellung hier.

„Abbe, Zeiss und Schott haben das Fundament gelegt, das die Lichtstadt Jena weit über die Thüringer Grenzen hinaus bekannt gemacht. Das vor knapp 100 Jahren gegründete Optische Museum ist ein Spiegel dieser einzigartigen Entwicklung. Durch seine heute weltweit herausragende Stellung in der Optik und Photonik ist Jena damit der optimale Ort für ein nationales Leitmuseum der Optik“, betonte Tiefensee. „Als multimediale und mehrsprachige Ausstellung und als Veranstaltungsort wird sie identitätsstiftend für Jena wirken und Besucher aus nah und fern anlocken.“

Im Rahmen der Neugestaltung der Ausstellung mit einer Investitionssumme von über 12 Millionen Euro durch die Stiftung Deutsches Optisches Museum wird die ehemalige Ausstellung als Erlebniswelt der Optik vollkommen neu gedacht, barrierefrei ausgelegt und räumlich deutlich erweitert. „Wir erschaffen hier eine neue Art von Museum. Mit über 60 interaktiven Stationen ermöglichen wir unseren Besuchern physikalische Phänomene und bedeutende Experimente der Optik und Photonik spielerisch zu (be)greifen. Gleichzeitig werden die historischen Objekte lebendig, denn wir erzählen ihre Geschichte und machen den Alltagsbezug erlebbar. Das ist Edutainment in der Reinform,“ skizziert Mappes zwei didaktische Bausteine der Ausstellung. Als dritten Baustein wird das D.O.M. über seine sogenannten „Schaufenster der Optikforschung“ Einblicke in die aktuelle Forschung geben. Denn hier erhalten Nachwuchswissenschaftler die Bühne, um ihre neusten Forschungsergebnisse aus Optik und Photonik allgemeinverständlich zu präsentieren. Das größte Glasarchiv der Welt wird den Großteil der 94.000 Glasstreifen aus der Produktion optischer Gläser von Schott seit 1920 präsentieren. Die Besucher werden von diesen Gläsern umgeben. Über einen Medientisch können sie sich ein beliebiges historisches optisches Gerät heraussuchen und die Proben anzeigen lassen, die in genaue diesem Produkt verarbeitet wurden. Zahlreiche Experimente mit Linsen und lichtleitenden Flüssigkeiten, interaktive Vitrinen, historische Filme und Clips aus der gegenwärtigen Forschung laden zum Mitmachen ein. Aktuelle Informationen und die „Schaufenster der Optikforschung“ werden durch die enge Kooperation mit dem Lehrstuhl für Geschichte der Physik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena erstellt. Gleichzeitig können die Ausstellungsräume als Tagungslocation mit besonderer Atmosphäre genutzt werden. Zudem wird der Großteil der bisher nicht zugänglichen Brillen- und Instrumente-Sammlung in die Ausstellung integriert.

Die Kernsanierung des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes mit einer Investition in Höhe von 8 Millionen Euro übernimmt die Stiftung in Eigenleistung. Dies ist ein Paradebeispiel einer öffentlich-privaten Partnerschaft bestehend aus den Gründungsstiftern Carl Zeiss AG, Carl-Zeiss-Stiftung, Ernst-Abbe-Stiftung, Friedrich-Schiller-Universität Jena und Stadt Jena. Der Neubau zur barrierefreien Erschließung aller Stockwerke des D.O.M. mit Museumscafé, Museumsshop, Veranstaltungsbereich und vorgesehenem Probesaal der Jenaer Philharmonie liegt derzeit in der Verantwortung der Ernst-Abbe-Stiftung und der Stadt Jena. Er wird den Eingang des D.O.M. als besondere architektonische Ikone hervorheben.

Quelle: Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Erfurt.


Über das Deutsche Optische Museum

Das Deutsche Optische Museum (D.O.M.) ist ein naturwissenschaftlich-technisches Museum mit einer herausragenden Sammlung historischer optischer Instrumente aus über 500 Jahren Optikgeschichte. Neben Kameras, Mikroskopen und Fernrohren werden historische Brillen gezeigt, einige von bedeutenden Persönlichkeiten wie Friedrich Hölderlin oder Robert Koch. Getragen wird das Museum von der 2016 gegründeten Stiftung Deutsches Optisches Museum, einem Zusammenschluss der Carl Zeiss AG, der Carl-Zeiss-Stiftung, der Ernst-Abbe-Stiftung, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Stadt Jena.

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