Kahla: Polizeibeamte stellen jugendlichen Automaten-Sprenger

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In den Sonntagabendstunden kurz vor 22 Uhr wurde die Polizei über einen Angriff eines Fahrausweisautomaten eines der Deutschen Bahn am Haltepunkt in Kahla informiert. Über Zeugenhinweise wurde bekannt, dass sich nach einem laut wahrnehmbaren Knallgeräusch drei Personen fluchtartig vom Automaten entfernt haben. Landes- und Bundespolizei leiteten unmittelbare Fahndungsmaßnahmen im Tatortbereich ein, in deren Folge ein 16-Jähriger festgestellt werden konnte.

Zwischenzeitlich sichteten weitere Kräfte der Landes- und Bundespolizei den Ereignisort, an dem ein augenscheinlich aufgesprengter Fahrkartenautomat festgestellt worden ist. Da zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt war, ob und welche Explosivstoffe durch die Tathandelnden verwendet worden sind, mussten die Entschärfer der Bundespolizei zum Einsatz kommen. Diese stellten die Sicherheit am Automaten her. Ersten Erkenntnissen zufolge kamen Böller und Pyrotechnik zum Einsatz, die hierzulande nicht käuflich zu erwerben und verboten sind. Der 16-Jährige wurde vorläufig festgenommen. Der justizielle Bereitschaftsdienst ordnete die Wohnungsdurchsuchung beim Tatverdächtigen an, die im Beisein eines Familienmitgliedes stattgefunden hat.

Zwischenzeitlich konnten auch die möglichen weiteren Komplizen (21 und 19 Jahre) namhaft gemacht werden. Die weiteren strafprozessualen Maßnahmen richteten sich auch gegen diese beiden männlichen Personen. Bei den Wohnungsdurchsuchungen lag ein Augenmerk neben Sprengutensilien auch auf elektronischen Speichermedien. Bei den Maßnahmen fanden die eingesetzten Streifen auch Brecheisen, Bolzenschneider, Hammer und Betäubungsmittel. Die vorgenannten Gegenstände wurden sichergestellt.

Alle drei Personen wurden nach Abschluss der Wohnungsdurchsuchungen in den Gewahrsam der Polizeiinspektion Saale-Holzland verbracht. Am Laufe des heutigen Tages soll über weitere haftrechtliche Schritte beim zuständigen Gericht entschieden werden.

Bundes- und Landespolizei waren bis in die frühen Morgenstunden damit beschäftig, das Tatareal abzusuchen und verfahrensrelevante Beweismittel und Spuren zu sichern.

An das Automateninnere gelangen die deutschen Tatverdächtigen nicht, sodass sie keine Beute erlangen konnten. Gleichwohl war der Angriff derartig heftig, dass der Automat für den weiteren Gebrauch nicht mehr in Frage kommt. Eine erste Schätzung der Schadenssumme beläuft sich auf etwa 25 000 Euro.

Ob die Sprengung im Zusammenhang mit einen ähnlichen Angriff auf einen Fahrausweisautomaten am 5. März 2023 in räumlicher Nähe (Rudolstadt – Schwarza / TH) steht, ist Gegenstand der derzeitigen Ermittlungen der Polizei.

Quelle

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