Im 2. Quartal 2025 setzte sich der positive Trend bei den Reallöhnen in Thüringen fort. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, stieg der Nominallohnindex – der die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer widerspiegelt – gegenüber dem Vorjahresquartal um 5,3 Prozent. Gleichzeitig legte der Verbraucherpreisindex nur moderat um 1,6 Prozent zu.
Aus dieser Konstellation ergibt sich ein Reallohnanstieg von 3,6 Prozent. Damit verzeichnete Thüringen bereits im achten Quartal in Folge ein Plus bei den inflationsbereinigten Einkommen. Der anhaltende Aufwärtstrend stärkt die Kaufkraft der Beschäftigten merklich.
Hintergrund: Methodik der Berechnung
Der Reallohnindex setzt den Nominallohnindex ins Verhältnis zum Verbraucherpreisindex. Steigen die Löhne schneller als die Preise, verbessert sich die reale Kaufkraft.
In den Nominallohn fließen alle Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen ein. Dazu zählt auch die Inflationsausgleichsprämie, die steuer‑ und abgabenfrei ist. Sie wird in der Verdienststatistik vollständig als Bestandteil des Gesamtbruttoentgelts erfasst und – anders als sonstige Bezüge – nicht als Sonderzahlung im engeren Sinn definiert. Aus diesem Grund erscheint sie sowohl in den Indizes mit als auch ohne Sonderzahlungen in gleichem Umfang.
Langfristige Entwicklung
Ein Blick auf die Vorjahre zeigt: Während im Jahr 2023 die Reallöhne nur um 0,4 Prozent zulegten, fiel das Plus 2024 mit 2,6 Prozent deutlich höher aus. Der aktuelle Anstieg von 3,6 Prozent im zweiten Quartal 2025 knüpft nahtlos an diesen positiven Verlauf an. Maßgeblich dafür ist der weiterhin moderate Anstieg der Verbraucherpreise in Kombination mit stabilen oder steigenden Tarif‑ und Effektivlöhnen.
Der Reallohnzuwachs bedeutet, dass sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Thüringen für ihr Einkommen tatsächlich mehr leisten können. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten ist dies ein wichtiger Stabilitätsfaktor, der den privaten Konsum stützt und damit auch positive Impulse für die regionale Wirtschaft setzt.
Gleichzeitig verdeutlicht der achte Anstieg in Folge, dass die jüngsten Lohnabschlüsse und Sonderzahlungen wie die Inflationsausgleichsprämie dazu beigetragen haben, die Reallöhne im Plus zu halten – auch bei schwankender Preisentwicklung.
Thüringen erlebt im zweiten Quartal 2025 eine Fortsetzung des Reallohnwachstums. Die moderate Inflation und steigende Bruttolöhne schaffen spürbare Kaufkraftgewinne und stabilisieren den wirtschaftlichen Ausblick für das Land.