Ein völlig missglückter Transport von Gartenabfällen hat am Freitagabend in der Nordhäuser Oberstadt für einen massiven Polizeieinsatz und immense Sachschäden gesorgt. Ein 42-jähriger Autofahrer hinterließ mit seinem Gespann eine kilometerlange Schneise der Zerstörung, ohne die Gefahr offenbar zu bemerken.
Ladungssicherung als Fremdwort
Der Nordhäuser war am frühen Abend mit seinem Pkw und einem Anhänger unterwegs, der eigentlich für den Transport von Kraftfahrzeugen konzipiert ist. Geladen hatte er jedoch „wildes Gestrüpp“ – eine Wahl, die sich schnell als fatal erweisen sollte. Das meterhoch und breit überstehende Astwerk war laut Polizeiangaben unzureichend gesichert und verselbstständigte sich während der Fahrt sowohl in der Höhe als auch in der Breite.
Zeugen versuchten vergeblich zu warnen
Während der Fahrt durch die engen Straßen der Oberstadt schlugen herabhängende Äste gegen zahlreiche am Fahrbahnrand geparkte Autos. Teile der Ladung fielen zudem vom Anhänger und blieben als Hindernisse auf der Straße liegen. Nachfolgende Autofahrer erkannten die brenzlige Situation sofort und versuchten händringend, den 42-Jährigen mittels Hupe und Lichthupe zum Anhalten zu bewegen. Doch der Mann setzte seine Fahrt unbeirrt fort.
Fahrer verweigert Selbstanzeige
Erst am Zielort angekommen, wurde der Verursacher von Zeugen auf das Ausmaß der Schäden hingewiesen und aufgefordert, die Behörden zu informieren. Da der Mann dieser Aufforderung nicht nachkam, übernahm die Polizei die Ermittlungen. Der Vorwurf wiegt schwer: Verdacht auf unerlaubtes Entfernen vom Unfallort.
Die Bilanz der Nacht
Die Beamten der Nordhäuser Polizei waren bis tief in die Nacht im Einsatz, um die Schäden aufzunehmen:
- Beschädigte Fahrzeuge: Insgesamt 38 Pkw wurden durch das vorbeischleifende Geäst in Mitleidenschaft gezogen.
- Sachschaden: Ersten Schätzungen zufolge beläuft sich der Gesamtschaden auf weit über 10.000 Euro.
An den betroffenen Fahrzeugen, die bereits zugeordnet werden konnten, hinterließen die Beamten entsprechende Benachrichtigungen.
Die Ermittler suchen nun nach weiteren Geschädigten oder Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben. Wer Schäden an seinem Fahrzeug feststellt oder Angaben zum Fahrtverlauf des Gespanns machen kann, wird gebeten, sich umgehend bei der zuständigen Polizeidienststelle in Nordhausen zu melden.


