Ein aufmerksamer Busfahrer, die Feuerwehr und der Bürgermeister von Heringen reagierten am Freitag blitzschnell. Nach einer Buspanne auf der Autobahn 38 wurden 17 Kinder und ihre Betreuer kurzerhand auf ein Schloss in Sicherheit gebracht.
Ein Raunen dürfte am Freitagvormittag durch den Reisebus gegangen sein, als das Fahrzeug auf der Autobahn 38 in Fahrtrichtung Leipzig plötzlich langsamer wurde. Gegen 10:40 Uhr bemerkte der Busfahrer einen technischen Defekt: Der Bus verlor massiv Öl. Besonnen und geistesgegenwärtig steuerte er das schwere Fahrzeug auf den Standstreifen zwischen den Anschlussstellen Heringen und Berga, um Schlimmeres zu verhindern. An Bord befanden sich zu diesem Zeitpunkt 17 Kinder und zwei Betreuer.
Hand in Hand für die Sicherheit der Kinder
Was folgte, war eine beispielhafte Rettungs- und Organisationskette. Die Autobahnpolizeistation Nord koordinierte den Einsatz in enger Zusammenarbeit mit der Rettungsleitstelle Nordhausen, der Zentralen Betriebsleitstelle und den zuständigen Autobahnmeistereien. Da der Aufenthalt auf dem Standstreifen einer Autobahn lebensgefährlich ist, musste schnell eine Lösung für die Reisegruppe her.
Hier schlug die Stunde der Freiwilligen Feuerwehr Heringen und des örtlichen Bürgermeisters. Nach einer schnellen Anfrage zögerte das Stadtoberhaupt nicht lange: Er eilte nicht nur selbst zur Pannenstelle, sondern organisierte sofort die Versorgung und Unterbringung der gestrandeten Gruppe.
Zwischenstopp im Schloss statt Warten auf dem Standstreifen
Mit zwei Mannschaftstransportwagen evakuierte die Feuerwehr die 17 Kinder und ihre Betreuer von der Autobahn. Das Ziel der unverhofften Exkursion: das Schloss in Heringen. Da sich dort auch eine Gaststätte befindet, war für die Verpflegung der kleinen Gäste bestens gesorgt. Dank des schnellen Eingreifens waren alle Beteiligten rasch aus dem Gefahrenbereich und konnten das unfreiwillige Abenteuer im sicheren Schlossumfeld abwarten.
„Die Versorgung der Kinder hatte oberste Priorität“, hieß es von den Beteiligten vor Ort, die das unkomplizierte Miteinander lobten.
Sperrung und Reinigungsarbeiten dauern an
Während die Kinder im Schloss betreut wurden, kümmerte sich der Busfahrer umgehend um einen Pannenservice sowie einen Ersatzbus, damit die Gruppe ihre Reise bald fortsetzen kann.
Ganz reibungslos lief der Verkehr auf der A38 unterdessen nicht weiter: Aufgrund des ausgelaufenen Öls mussten die Autobahnmeistereien Breitenworbis und Oberröblingen die Anschlussstelle Heringen komplett sperren. Der nachfolgende Verkehr wurde abgeleitet, da die Fahrbahn aufwendig gereinigt werden musste. Die Reinigungs- und Abschlepparbeiten dauerten bis in den Nachmittag hinein an.


