Ein besorgter Notruf wegen nächtlicher Ruhestörung in der Ernst-Thälmann-Straße hat in der vergangenen Nacht einen umfangreichen Polizeieinsatz ausgelöst. Was zunächst wie eine gewöhnliche Lärmbelästigung wirkte, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einer gefährlichen Situation, die den Einsatz von Spezialkräften erforderte.
Hilferuf aus der Nachbarschaft
Eine Anwohnerin hatte sich am späten Abend an die Polizei gewandt, da sie aus einer Nachbarwohnung in der Ernst-Thälmann-Straße lautstarke Geräusche vernahm. Als die Beamten kurz darauf vor Ort eintrafen, bestätigte sich die Ruhestörung. Trotz mehrfachen Klopfens und Klingelns an der Wohnungstür öffnete der Bewohner zunächst nicht.
Da eine Gefahr für die Person im Inneren nicht ausgeschlossen werden konnte, forderten die Polizisten die Unterstützung der Feuerwehr an, um die Tür gewaltsam öffnen zu lassen.
Bewaffneter Bewohner in psychischer Ausnahmesituation
Nachdem die Einsatzkräfte die Wohnung betreten hatten, bot sich ihnen ein dramatisches Bild: Ein 41-jähriger Mann saß regungslos auf einem Stuhl und richtete ein Messer gegen seinen eigenen Bauch. Neben ihm lagen zwei weitere Messer griffbereit.
Aufgrund der unmittelbaren Eigengefährdung des Mannes forderten die Einsatzkräfte umgehend Verstärkung durch Spezialkräfte des Thüringer Landeskriminalamtes an, die auf derartige psychische Ausnahmesituationen spezialisiert sind.
Erfolgreicher Zugriff durch Spezialkräfte
Nach einer rund einstündigen Vorbereitungs- und Verhandlungsphase gelang es den Spezialkräften, den 41-Jährigen in der Wohnung zu überwältigen, ohne dass er oder die Einsatzkräfte zu Schaden kamen. Der Mann wurde anschließend in eine psychiatrische Einrichtung in Weimar verbracht, wo er die notwendige medizinische Betreuung erhält.
Über die Hintergründe oder die Beweggründe des Mannes für sein gefährliches Handeln konnten vor Ort noch keine Erkenntnisse gewonnen werden. Die Ermittlungen dazu dauern an.


