Ein Wunderzeichen im Jahr 1550: Als es in Thüringen Korn und Weizen vom Himmel regnete

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Ein außergewöhnliches Naturphänomen, das sich im Sommer des Jahres 1550 über dem thüringischen Land ereignete, sorgt für tiefes Staunen unter der Bevölkerung. Am 25. Juni, dem Donnerstag nach dem Johannistag, entlud sich über Weimar und der Ortschaft Auerstädt ein folgenschweres Unwetter, bei dem statt gewöhnlichem Regen massenhaft Getreide vom Himmel stürzte.

Himmlische Saat bedeckt die Straßen

Augenzeugenberichten zufolge handelte es sich bei dem herabfallenden Gut um reines Korn und Weizen. Der heftige Niederschlag war so ergiebig, dass das Getreide an einigen Stellen bis zu zwei Finger dick auf den Gassen liegen blieb. An anderen Orten peitschte der Sturm die Körner derart über die Flächen, dass es der Optik einer ordnungsgemäßen Aussaat auf einem bestellten Acker glich. Die Nachricht von der himmlischen Speise bestätigte sich spätestens, als ortsansässige Bürger das aufgesammelte Korn zu Mehl verarbeiteten. Das daraus gebackene Brot erwies sich als überaus wohlschmeckend und nahrhaft.

Post nach Nürnberg als Beweis

Umgehend setzten Nachrichtenströme in andere Regionen des Reiches ein. Ein namentlich nicht genannter Mitbürger aus Weimar verfasste noch am selben Tag ein Schreiben an seinen in Nürnberg ansässigen Bruder, um von den unbegreiflichen Vorkommnissen zu berichten. Als unumstößlichen Beweis legte er dem Brief einige der vom Himmel gefallenen Korn- und Weizenkörner bei. Auch weitere glaubwürdige Persönlichkeiten haben die Nachricht mitsamt Proben des Getreides in verschiedene Städte verschickt.

Deutung des Phänomens bleibt offen

Über die tiefere Bedeutung dieses großen Wunderzeichens herrscht unter den Gelehrten noch Uneinigkeit. Während die genauen Hintergründe der menschlichen Weisheit verborgen bleiben, herrscht in der Bevölkerung eine tröstliche und gottesfürchtige Stimmung. Die Bürger zeigen sich zuversichtlich, dass sich dieses himmlische Zeichen zum Guten für das Land wenden wird.

Bild: originaler Stich aus dem 16. Jahrhundert – Gedruckt zu Nürnberg durch Steffan Hamer Briefmaler auf der Schmelzhütten.

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