Thüringer Wirtschaft im Belastungstest: Tiefststände in der Digitalwirtschaft, doch Hoffnung bei Digital-Investitionen

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Die wirtschaftliche Lage in Thüringen verbleibt im dritten Quartal 2026 in einer anhaltenden Strukturkrise. Trotz einer Rekordbeteiligung von 874 Unternehmen am aktuellen Thüringer Geschäftsklimaindex (ZeTT-Radar) spiegeln die Ergebnisse ein angespanntes Umfeld wider. Als größte Herausforderung nannten die Befragten das Thema Bürokratie, das mit 76 Prozent die hohen Energiepreise (64 Prozent) als Spitzenreiter abgelöst hat.

Geschäftslage und Sektoren im Überblick

  • Industrie: Zeigt als einziger Sektor minimale Lichtblicke. Der Trendwert verbesserte sich durch gestiegene Erwartungen um 10 Indexpunkte auf -33, wenngleich die aktuelle Geschäftslage (-43) und die Exporterwartungen (-29) weiterhin im negativen Bereich verharren.
  • Bau- und Handwerksgewerbe: Befindet sich auf einem historischen Tiefpunkt. Mit einem Trendwert von -46 verzeichnet die Branche den zweitschlechtesten Wert seit 2020. Zudem kämpft hier jedes vierte Betriebsgewerbe (25 Prozent) mit akuten Existenzsorgen.
  • Dienstleistungen: Der Sektor verharrt auf sehr niedrigem Niveau (Trendwert: -46).
  • Digitalwirtschaft: Bricht massiv ein und markiert mit einem Trendwert von -35 den schlechtesten Wert seit Beginn der Messung. Besonders die Lagebeurteilung verschlechterte sich drastisch auf -47.

Investitionskrise und Arbeitsmarkt Eine breite Belebung der Wirtschaft ist vorerst nicht in Sicht. Die allgemeinen Investitionen bleiben über alle Branchen hinweg im Minus, wobei die Digitalwirtschaft mit -43 ebenfalls ein historisches Tief bei den Investitionen erreicht.

Am Arbeitsmarkt setzt sich der Negativtrend unvermindert fort:

  • Arbeitsumfang und Beschäftigung: Beide Indikatoren verbleiben in allen Hauptsektoren im negativen Bereich. Insbesondere die Industrie (-23) und die Digitalwirtschaft (-21) verzeichnen spürbaren Personalabbau.
  • Kurzarbeit: Während der Einsatz von Kurzarbeit im Bau und der Digitalwirtschaft zuletzt rückläufig war, planen Industriebetriebe, Dienstleister und Digitalunternehmen für das dritte Quartal 2026 wieder einen verstärktern Einsatz.

Digital-Investitionen als Lichtblick Einen deutlichen Gegenpol zur allgemeinen Schwäche bilden die Investitionen in digitale Technologien, die branchenübergreifend mehrheitlich positiv ausfallen:

  • Die Industrie erzielt bei den Digital-Investitionen mit einem Trendwert von +36 einen neuen Rekordwert seit Beginn der Datenerhebung.
  • Die Dienstleister verzeichnen mit einem Trendwert von +35 das höchste Niveau seit der Corona-Pandemie.
  • Auch im Bau- und Handwerksgewerbe (+15) sowie in der Digitalwirtschaft (+23) verbleiben die Digital-Investitionen klar im positiven Bereich.

In der Gesamtschau hält der Belastungstest für die Thüringer Unternehmen im dritten Quartal 2026 an, wobei die gezielte Digitalisierung derzeit als wichtigster Hoffnungsträger zur Überwindung der Krise dient.

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