Mit einem Großaufgebot von knapp hundert Beamtinnen und Beamten hat der Zoll am Mittwochvormittag (07.10.2026) insgesamt sechs Objekte im Vogtlandkreis sowie in Norddeutschland durchsucht. Die Maßnahmen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Chemnitz richteten sich gegen Wohn- und Geschäftsräume sowie mehrere Werften.
Im Zentrum der Ermittlungen stehen fünf Beschuldigte im Alter zwischen 40 und 62 Jahren. Ihnen wird das Vorenthalten und Veruntreuen von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Lohnsteuerhinterziehung vorgeworfen. Gegen eine 56-jährige Verdächtige wird zudem wegen des Verdachts der Beihilfe ermittelt.
Getäuschte Werkverträge und gefälschte Papiere
Nach Angaben der Ermittler sollen die Beschuldigten nicht angemeldete Arbeitskräfte für Schiffsausbauleistungen eingesetzt und auf Schwarzarbeit zurückgegriffen haben. Um das System zu verschleiern, wurden mutmaßlich Schein-Werkverträge mit rumänischen Subunternehmen geschlossen.
Die rumänischen Arbeiter wurden offiziell im Rahmen von Entsendungen auf deutschen Werften eingesetzt. Ermittlungen ergaben jedoch, dass ein Großteil der Entsendebescheinigungen der rumänischen Sozialversicherung manipuliert war. Die Verdächtigen sollen so seit 2021 gezielt als Arbeitgeber aufgetreten sein, um die Abgabenpflicht in Deutschland zu umgehen. Der bisher geschätzte Gesamtschaden beläuft sich auf rund fünf Millionen Euro.
Umfangreiche Spurensicherung und Vernehmungen
Während der laufenden Durchsuchungen konnten die Beamtinnen und Beamten bereits zahlreiche Beweismittel sicherstellen, darunter mehrere Smartphones. Parallel dazu führen die Fahnder Zeugenvernehmungen direkt auf den betroffenen Werften durch.
Da die polizeilichen Maßnahmen derzeit noch andauern, machten Staatsanwaltschaft und Zoll vorerst keine weiteren Angaben zum Verfahren.


