Nach monatelangen intensiven Ermittlungen ist der Kriminalpolizeiinspektion (KPI) Gera ein bedeutender Schlag gegen die Kriminalität in Seniorenheimen u.ä. gelungen. Die Ermittler führen seit rund zwei Monaten ein Verfahren gegen einen Tatverdächtigen aus Westsachsen, dem bundesweit zahlreiche Diebstähle in Senioren-, Pflege- und Altenheimen zur Last gelegt werden.
Masche: Falsche Identität und erschlichenes Vertrauen
Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen ging der Beschuldigte stets nach demselben Muster vor: Er steuerte gezielt Pflege- und Seniorenresidenzen an, um sich Zugang zu den privaten Zimmern der Bewohner zu verschaffen. Dabei nutzte er zwei Dreistigkeiten:
- Täuschung des Personals: Gegenüber den Mitarbeitern der Einrichtungen machte er falsche Angaben zu seiner Person oder seiner Absicht.
- Ausnutzung der Hilflosigkeit: Bei den betagten Seniorinnen und Senioren erschlich er sich perfide das Vertrauen.
Sobald er unbemerkt in den Räumlichkeiten war, entwendete er vor allem leicht transportable Wertsachen – darunter Bargeld sowie hochwertigen Gold- und Silberschmuck.
Länderübergreifender Aktionsradius von Westsachsen aus
Der mutmaßliche Einzeltäter agierte von seinem Wohnort im westsächsischen Meerane aus. Mit seinem privaten Pkw unternahm er ausgedehnte Raubzüge durch mehrere Bundesländer. Die Ermittler konnten ihm bisher Taten in folgenden Regionen zuordnen:
- Thüringen
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Bayern
- Brandenburg
- Hessen
Einen Teil der Beute machte der Tatverdächtige rasch zu Geld: Er verkaufte entwendeten Schmuck bei mindestens einem Edelmetallhändler und zahlte die so erzielten Einnahmen auf eigene Bankkonten ein.
Razzien an sechs Objekten: Edelmetalle und Waffen sichergestellt
Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens schlug die Polizei nun flächendeckend zu. Zunächst wurden drei Objekte in Meerane, Penig und Callenberg durchsucht. Im Zuge neuer Erkenntnisse wurden die Durchsuchungsbeschlüsse rasch erweitert, woraufhin drei weitere Objekte in Penig, Meerane und Chemnitz gefilzt wurden.
Die KPI Gera wurde bei dem Großeinsatz von Kräften der Bereitschaftspolizei Thüringen, der sächsischen Polizei sowie einem Spezialhund der Diensthundestaffel (Bargeldsuchhund) unterstützt.
Die Bilanz der Durchsuchungen:
- Gold: Wert von mehreren zehntausend Euro
- Silber: Wert von etwa 1.000 Euro
- Bargeld: Rund 15.000 Euro
- Beweismittel: Dokumente, Mobiltelefone, Laptop und diverse Datenträger
Neben dem Beutegut stießen die Einsatzkräfte jedoch auch auf verbotene Gegenstände: Ein Schlagring, ein Einhandmesser sowie verbotene Anabolika wurden beschlagnahmt. Gegen den Mann wurden daher umgehend weitere Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Waffengesetz (WaffG) sowie das Arzneimittelgesetz (AMG) eingeleitet.
Die Auswertung der Datenträger sowie die Zuordnung der sichergestellten Schmuckstücke zu möglichen weiteren Geschädigten dauern derzeit an.


