Am Samstagvormittag kam es nahe dem Bahnhof Wünschendorf zu einem gefährlichen Zwischenfall im Bahnverkehr: Ein Regionalzug stieß auf freier Strecke mit zwei Schafen zusammen. Die Tiere überlebten den Zusammenstoß nicht. Dank einer schnellen Reaktion blieb es für die Insassen des Zuges bei einem Schrecken.
Schnellbremsung verhindert Personenschäden
Nachdem der Triebfahrzeugführer die Tiere auf den Gleisen bemerkt hatte, leitete er umgehend eine Notbremsung ein. Glücklicherweise wurde unter den Fahrgästen im Zug niemand verletzt.
Zufällig befand sich ein Bundespolizist privat an Bord der Regionalbahn. Dieser reagierte besonnen und veranlasste umgehend eine temporäre Streckensperrung. Bei der anschließenden Erkundung der Unfallstelle stellte der Beamte die beiden leblosen Schafe fest.
Über zehn weitere Tiere im Gleisbereich: Weidetor stand offen
Bei der Absuche des Umfelds entdeckten die Einsatzkräfte ein noch größeres Gefahrenpotenzial: Mehr als zehn weitere Tiere hielten sich direkt im und am Gleisbereich auf.
Ganz in der Nähe des Bahndamms stießen die Beamten auf die Ursache für den Ausflug der Herde: Ein eingezäunter Weidebereich, dessen Zufahrtstor sperrangelweit offenstand. Die ausgebüxten Tiere konnten schließlich zügig getrieben und wieder sicher auf der Koppel untergebracht werden.
Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr
Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft nun die genauen Umstände des Vorfalls. Im Fokus steht dabei die Frage, ob das Tor des Weidebereichs fahrlässig offen gelassen oder womöglich bewusst durch Unbekannte geöffnet wurde. In diesem Fall stünde der Verdacht eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr im Raum.
Für die Fahrgäste ging der Vorfall glimpflich aus: Der Regionalzug konnte seine Fahrt in Richtung Gera nach der Unfallaufnahme fortsetzen. Die betrieblichen Auswirkungen und Verzögerungen im Bahnverkehr blieben insgesamt überschaubar.
Haben Sie am Samstagvormittag im Bereich des Bahnhofs Wünschendorf oder an der angrenzenden Koppel verdächtige Beobachtungen gemacht? Hinweise nimmt die zuständige Bundespolizeiinspektion entgegen.


