Nach den traditionellen „Süßes oder Saures“-Umzügen zu Halloween beschäftigt eine Serie verstörender Funde die Thüringer Kriminalpolizei. In mehreren Landkreisen sowie in der Stadt Jena wurden in den eingesammelten Naschereien von Kindern gefährliche Fremdkörper entdeckt – darunter Metallnadeln, Tackernadeln und Nägel. Die Behören haben landesweit Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung eingeleitet und warnen dringend vor dem unkontrollierten Verzehr.
Die betroffenen Fundorte und Vorfälle im Überblick
- Jena (Ortsteil Kunitz): Ein elfjähriger Junge bemerkte beim Auspacken eines Schokoriegels, den er am Halloween-Abend im Bereich Kunitz gesammelt hatte, einen darin eingesteckten Nagel. Die Mutter schaltete die Polizei ein. Glücklicherweise blieb das Kind unverletzt.
- Wintzingerode / Leinefelde-Worbis (Landkreis Eichsfeld): Mehrere Kinder entdeckten beim Auspacken ihrer Beute Metallnadeln in Kaubonbons.
- Herbsleben (Unstrut-Hainich-Kreis): Auch hier erstatteten Eltern Anzeige, nachdem eine Metallnadel in einem gesammelten Kaubonbon aufgetaucht war.
- Umpferstedt (Landkreis Weimarer Land): 11- und 12-jährige Kinder stellten fest, dass gesammelte Bonbons und Schokoladen mit Tackernadeln und Metallspitzen präpariert worden waren.
- Steinbach-Hallenberg (Landkreis Schmalkalden-Meiningen): Die Mutter eines dreijährigen Kindes entdeckte beim Durchsehen der Beute eine Stecknadel in einer Mini-Süßwarenpackung.
- Erlau (Landkreis Hildburghausen): Ein Vater brachte einen Schokoriegel mit einer darin verborgenen Stecknadel direkt zur Polizeidienststelle, die den Riegel als Beweismittel sicherstellte.
(Hinweis: Bei einem separat gemeldeten Fall im Landkreis Hildburghausen/Eicha konnte rasch Entwarnung gegeben werden: Ein 9-jähriges Mädchen hatte gestanden, einen Holzspieß selbst in ihren Riegel gesteckt zu haben; hier lag kein Fremdeinwirken Dritter vor.)
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Da die Kinder an zahlreichen Haustüren geklingelt haben, steht die Kriminalpolizei vor der Herausforderung, die genaue Herkunft der präparierten Süßigkeiten zu rekonstruieren. Bislang ist unklar, ob ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Tatorten besteht oder ob es sich um Einzeltäter handelt. Verletzungen gab es im Freistaat nach aktuellem Kenntnisstand bisher zum Glück keine.
Dringender Appell der Polizei an Eltern und Kinder
Die Thüringer Polizei rät Eltern zu erhöhter Vorsicht:
- Süßigkeiten prüfen: Sämtliche gesammelten Riegel, Bonbons und Tüten sollten vor dem Verzehr gründlich durch Fühlen und visuelle Kontrolle auf Beschädigungen der Verpackung oder Einstichstellen überprüft werden.
- Verdachtsfälle aufbewahren: Sollte eine Manipulation festgestellt werden, das Produkt keinesfalls essen.
- Spuren sichern: Verunreinigte oder präparierte Süßigkeiten samt Verpackung am besten spurenschonend in einen sauberen Plastikbeutel legen und umgehend der nächsten Polizeidienststelle übergeben.


