In der Silvesternacht brach auf dem Erfurter Domplatz ein Feuer aus, bei dem drei historische Fachwerkhäuser schwer beschädigt wurden. Mehr als 20 Bewohner verloren dadurch ihr Zuhause. Die Höhe des Schadens lässt sich derzeit noch nicht genau beziffern, es wird jedoch von einem Millionenschaden ausgegangen.
Nach dem aktuellen Stand der polizeilichen Ermittlungen zur Brandursache deutet alles darauf hin, dass in einer Zwischenwand der betroffenen Gebäude bereits zuvor ein Schwelbrand bestanden haben muss. Dieser dürfte über mehrere Tage oder sogar Wochen unbemerkt geblieben sein. Aufgrund der massiven Zerstörungen durch das Feuer und die intensiven Löscharbeiten kann die genaue Ursache des Schwelbrandes nicht mehr zweifelsfrei festgestellt werden. Ein technischer Defekt gilt jedoch als wahrscheinlich. Was letztlich zur Entzündung der in Zwischenwand und Geschossdecken angesammelten Schwelbrandgase führte, lässt sich nicht mehr sicher rekonstruieren.
Die Spurensuche und -sicherung gestaltete sich äußerst schwierig und konnte wegen der starken Beschädigungen sowie der akuten Einsturzgefahr erst Mitte Januar abgeschlossen werden. Zusätzlich wurden zahlreiche Zeugen befragt. Die Ermittler sichteten und analysierten außerdem rund 60 Foto- und Videoaufnahmen sowie weitere Hinweise, um die vor Ort festgestellten Spuren nachvollziehbar einzuordnen. Hierfür war auch die Auswertung der vom Erfurter Bauamt bereitgestellten Bauunterlagen der betroffenen Häuser erforderlich.
Am Brandort arbeiteten die Brandermittler der Kriminalpolizeiinspektion Erfurt gemeinsam mit Kollegen der Kriminalpolizeiinspektion Suhl sowie einem Brandsachverständigen des Landeskriminalamts Thüringen. Zudem kamen weitere Spezialkräfte des TLKA zur umfassenden Dokumentation des Brandortes zum Einsatz.


