Thüringen vor 100 Jahren: das war 1926 los

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Nachrichten aus dem Thüringer Tageblatt vom 22. März 1926

Erfurt, 21. März

Die Verhandlung gegen die Mitglieder des Wikingbundes, die auf dem hiesigen alten israelitischen Friedhof 95 Denkmäler zertrümmerten, findet am Dienstag, 30. März vormittags vor dem erweiterten Schöffengericht statt.

Ilmenau, 21. März

Das Thüringische Staatsministerium hat gegen den Beschluß des Gemeinderates vom 4. Februar 1926 betr. Aufhebung des Ortsstatuts über die Getränkesteuer Einspruch erhoben und angeordnet, daß die Getränkesteuer vom 1. April 1925 ab nachzuerheben ist und zwar u. a., weil die Gemeinde angesichts der Finanzlage aus steuertechnischen Gründen die beträchtlichen Einnahmen nicht entbehren könne.

Ruhla, 20. März

Zum Stadtgemeindevorsteher von Ruhla wählte der Gemeinderat den hiesigen kommunistischen Beigeordneten, Lehrer Kohlrausch, mit den 15 Stimmen der Kommunisten und Sozialdemokraten. Auf Dr. Faldi-Düsseldorf entfielen die 10 Stimmen der bürgerlichen Fraktion.

Jena, 20. März (Verkehrsunfall)

Mit einem Viehhändlergeschirr zusammengestoßen ist der hier in Stellung befindliche 23jährige Monteur Otto Gerstenberger in der Nähe von Eisenberg mit seinem Motorrade. Der Zusammenstoß muß mit großer Gewalt erfolgt sein. Gerstenberger sauste mit dem Motorrad in den Straßengraben und blieb mit einer klaffenden Kopfwunde hilflos liegen. Er wurde später von einem vorüberfahrenden Kraftwagen aufgefunden und in das hiesige Krankenhaus eingeliefert. Sein Zustand ist ernst.

Jena, 20. März (Holzflößerei)

Ein absterbendes Gewerbe ist die früher so stark ausgeübte Holzflößerei auf der Saale. Nach der Schneeschmelze im Hochwald, wenn die Saale in ihrem Bett vollustrig ihre Wassermengen zu Tale führte, setzte mit dem Monat März der allgemeine Floßbetrieb ein. Camburg und Naumburg waren die Stapelplätze in Thüringen, wo sich dann reges Leben entwickelte. Heute hat sich das geändert. Trotz der günstigen Wasserverhältnisse der letzten Jahre und trotz niedriger Transportkosten ist die Holzflößerei auf der Saale ganz bedeutend zurückgegangen. Nur vereinzelt noch kommen die Riesen des Hochwaldes auf dem Wasserwege zu Tale.

Die Telefongeschichte von Thüringen

Ein Blick auf die Entwicklung der Telefon-Technik und Netze speziell im Freistaat. Wo gab es die ersten öffentlichen Ämter, wo waren erste Fernsprecher und Telefonverbindungen zu finden? Kleiner Spoiler: Erfurt,Weimar oder Jena waren nicht die ersten Städte mit Telefonie. Dazu gibt es einen Blick auf die generell Entwicklung der Telefontechnik in Deutschland.

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