Die Landespolizeiinspektion (LPI) Saalfeld hat die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vorgelegt. Die Zahlen belegen einen deutlichen Rückgang der Kriminalität im Schutzbereich, der die Landkreise Saalfeld-Rudolstadt, Sonneberg und den Saale-Orla-Kreis umfasst. Mit insgesamt 14.077 registrierten Straftaten verzeichnete die Behörde ein Minus von 6,7 % im Vergleich zum Vorjahr.
Rückgang der Fallzahlen und regionale Sicherheit
Trotz des thüringenweiten Trends sinkender Fallzahlen sticht die Region Saalfeld positiv hervor. Mit einer Häufigkeitszahl von 6.057 Straftaten pro 100.000 Einwohner liegt der Schutzbereich signifikant unter dem Landesdurchschnitt von 6.912. Damit festigt die LPI Saalfeld ihren Ruf als eine der sichersten Regionen im Freistaat. Der Anteil am thüringischen Gesamtstraftatenaufkommen blieb mit 9,7 % stabil.
Diebstähle rückläufig, Anstieg bei Internetbetrug
In den klassischen Deliktsfeldern zeigen sich unterschiedliche Tendenzen:
- Diebstahlsdelikte: Hier konnte ein Rückgang um 9,4 % auf 3.226 Fälle verzeichnet werden. Besonders deutlich sanken die Zahlen bei Ladendiebstählen und Wohnungseinbrüchen.
- Vermögens- und Fälschungsdelikte: Entgegen dem allgemeinen Trend stiegen diese Delikte um 378 Fälle auf insgesamt 2.997 an (+14,4 %). Haupttreiber ist der Internetbetrug, der mittlerweile 46,7 % aller Betrugsstraftaten ausmacht.
- Gewaltkriminalität: Die Rohheitsdelikte, zu denen Raub und Körperverletzung zählen, gingen leicht um 2,3 % zurück.
Drastischer Anstieg der Schadenssumme
Besorgniserregend ist die Entwicklung der wirtschaftlichen Folgen. Der durch Kriminalität verursachte Vermögensschaden im Schutzbereich kletterte im Jahr 2025 auf rund 15,27 Millionen Euro – ein massiver Anstieg um 68,8 % gegenüber dem Vorjahr. Über 11 Millionen Euro dieses Schadens entfallen allein auf den Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte.
Aufklärungsquote und Tatverdächtige
Die Aufklärungsquote sank im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 58,2 %. Von den insgesamt 5.355 ermittelten Tatverdächtigen waren 78,5 % Erwachsene und 74,4 % männlich. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag mit 17,2 % deutlich unter dem Thüringer Landesdurchschnitt von 25,8 %. Die meisten dieser Verdächtigen stammten aus der Ukraine, Rumänien, Polen, Syrien und Afghanistan.
Einfluss der Gesetzgebung
Ein besonderer statistischer Effekt ergab sich durch die Teillegalisierung von Cannabis. Die Straftaten gegen Nebengesetze sanken drastisch um 41,0 %, was primär auf den Wegfall vieler Rauschgiftdelikte nach dem Betäubungsmittelgesetz zurückzuführen ist. Im Gegenzug wurden 94 Verstöße nach dem neuen Konsumcannabisgesetz (KCanG) registriert.
Fazit der Polizei: Auch wenn die Schadenssummen durch komplexe Betrugsmaschen im Netz steigen, bleibt das Risiko, im täglichen Leben Opfer einer Straftat zu werden, im Bereich der LPI Saalfeld weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau.


