Damit ländliche Regionen auch für ältere Generationen attraktiv und lebenswert bleiben, investiert der Freistaat Thüringen gezielt in altersgerechten Wohnraum. Im Rahmen ihrer „Landleben“-Tour überreichte Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John am Montag einen Förderbescheid über 300.000 Euro an die Gemeinde Schwabhausen im Landkreis Gotha. Die Unterstützung fließt in ein ehrgeiziges Neubauprojekt.
Ein neues Zuhause im vertrauten Umfeld
Der Bau einer neuen, seniorengerechten Wohnanlage in Schwabhausen soll älteren Bürgern ermöglichen, auch bei nachlassender Mobilität selbstbestimmt in ihrer Heimatgemeinde wohnen zu bleiben. Das Bauvorhaben ist mit Gesamtkosten von rund 900.000 Euro veranschlagt. Ein Drittel dieser Summe wird nun durch den Freistaat Thüringen über das Programm zur Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) abgedeckt.
„Lebensqualität im ländlichen Raum bedeutet, auch im Alter selbstbestimmt vor Ort leben zu können“, betonte Ministerin Boos-John bei der Übergabe. „Gute Wohn- und Lebensbedingungen umfassen nicht nur attraktive Ortskerne oder eine gute Infrastruktur, sondern auch passende Wohnangebote für alle Generationen.“
Mehrgenerationenküche als neuer sozialer Treffpunkt
Neben dem Großprojekt im Wohnungsbau stand für die Ministerin auch die Förderung des sozialen Miteinanders im Fokus. Sie besichtigte das Gemeindehaus der Kirchgemeinde Schwabhausen. Dort entsteht eine Mehrgenerationenküche, die über das ILE-Regionalbudget mit rund 9.800 Euro bezuschusst wurde.
Solche Begegnungsorte seien laut Boos-John unverzichtbar, um das soziale Gefüge in kleineren Gemeinden zu stärken und Einsamkeit im Alter vorzubeugen. Die Entwicklung des ländlichen Raums funktioniere nur durch ein enges Zusammenspiel von engagierten Kommunen, Vereinen, Bürgern und verlässlichen Förderprogrammen.
Politisches Ringen um künftige Fördergelder
Da viele der ländlichen Entwicklungsprogramme maßgeblich durch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union sowie Bundesmittel getragen werden, hob die Ministerin auch die politische Verantwortung hervor.
Erst am vergangenen Freitag hatte sich Thüringen gemeinsam mit anderen Bundesländern im Bundesrat dafür starkgemacht, dass die GAP-Mittel auch nach dem Ende der aktuellen Förderperiode im Jahr 2027 auskömmlich finanziert bleiben. Nur so könne sichergestellt werden, dass wichtige Infrastrukturprojekte auf dem Land auch in Zukunft finanzierbar bleiben.


