Ein vermeintlicher bewaffneter Überfall hat am späten Dienstagvormittag in Weimar für massiven Wirbel gesorgt. Was wie ein gefährlicher Ernstfall aussah, entpuppte sich glücklicherweise schnell als völlig harmlos – wenn auch extrem leichtsinnig.
Großalarm nahe einer Berufsschule
Gegen 11:11 Uhr ging bei der Einsatzzentrale der Polizei ein besorgniserregender Notruf ein: Ein aufmerksamer Zeuge meldete einen Mann, der mit einer Pistole bewaffnet einen Getränkemarkt in der Bertuchstraße betreten hatte. Da sich das Geschäft in unmittelbarer Nähe einer Berufsschule befindet, fackelte die Polizei nicht lange.
Die Beamten rückten sofort mit einem Großaufgebot und Spezialausrüstung zum Einsatzort aus. Um die Lage auch aus der Luft im Blick zu behalten, wurde zusätzlich ein Polizeihubschrauber angefordert.
Die Entwarnung: Kamera läuft, Kamera aus
Vor Ort konnten die Einsatzkräfte jedoch schnell aufatmen. Es handelte sich nicht um einen echten Raubüberfall, sondern um einen unangemeldeten Videodreh.
- Der „Täter“: Ein Schauspieler, der für die Filmaufnahmen eine ungeladene Airsoft-Waffe (eine täuschend echte Softair-Pistole) bei sich trug.
- Die Absprache: Der Dreh war zwar vorab mit dem Inhaber des Getränkemarktes abgesprochen worden.
- Der Fehler: Niemand hatte es für nötig befunden, die Polizei über die Aktion zu informieren.
Da Passanten von dem vermeintlichen Überfall ausgehen mussten, war der Notruf die logische Konsequenz.
Teure Lektion: Das Problem mit den Anscheinswaffen
Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, wie gefährlich das Hantieren mit sogenannten Anscheinswaffen in der Öffentlichkeit sein kann. Für den Laien – und im ersten Moment auch für den Polizisten – ist eine solche Nachbildung nicht von einer scharfen Schusswaffe zu unterscheiden.
Wichtiger Hinweis für kreative Filmemacher: Wer Film- oder Fotoaufnahmen plant, bei denen täuschend echt aussehende Waffen zum Einsatz kommen, sollte dieses Vorhaben zwingend im Vorfeld mit den zuständigen Behörden abstimmen. Nur so lassen sich kostspielige Fehlalarme, unnötige Panik und potenzielle Gefahrensituationen im Keim ersticken.


