Tagesmütter fordern bessere Bezahlung

0
433
Symbolfoto: Pixabay License

Verband will höhere Stundensätze pro Kind

Der Landesverband für Kindertagespflege Thüringen fordert mehr Geld für Tagesmütter. Die Vorsitzende Claudia Meins-Reidenbach sagte MDR THÜRINGEN, sie habe in einem offenen Brief an die Abgeordneten des Landtags bessere Arbeitsbedingungen in der Kindertagespflege angemahnt.

Nach Angaben des Landesverbandes für Kindertagespflege Thüringen (LVKTP) zahlen die Kommunen derzeit zwischen 2,53 und 2,86 Euro pro Kind und Stunde, wenn das Kind ganztägig betreut wird. Monatlich sind das je Kind 400 bis 460 Euro. Nur wenn eine Tagesmutter fünf Kinder umsorge, werde sie maximal vergütet, sagte Meins-Reidenbach. Durchschnittlich seien es aber derzeit nur vier Kinder.

Einige Tagesmütter in Erfurt und Weimar hätten bereits wegen der schlechten Bezahlung ihr Betreuungsangebot aufgegeben. Laut Stadtverwaltung Erfurt hatten im Jahr 2016 noch 92 Tagesmütter Kinder in der Landeshauptstadt betreut, im vergangenen Jahr waren es noch 80.

Der LVKTP fordert zudem mehr Geld für Sachkosten, wie Spielzeug, Möbel und Miete. Derzeit zahlen die meisten Kommunen maximal 170 Euro pro Monat und Kind. Die Tagesmütter kritisieren zudem, dass sie trotz Qualifikation und Berufserfahrung wie ein „unerfahrener Kinderpfleger“ entlohnt werden. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält eine höhere Vergütung, die sich am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes orientiert, für angemessen.

Die meisten Tagesmütter und Tagesväter verfügten über einen Berufsabschluss und seien „lebenserfahrener“ als junge Absolventen, so GEW-Referentin Nadine Hübener. Der Thüringer Landtag debattiert über ein neues Gesetz zur Kinderbetreuung. Derzeit sind rund 300 Tagesmütter und Tagesväter in Thüringen tätig. Sie betreuten im vergangenen Jahr rund 1.100 Kinder.

Mehr Informationen zum Thema unter www.mdr-thueringen.de.

Quelle: MDR THÜRINGEN.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here