Corona-Virus grassiert jetzt auch bei Pflegedienst im Orlatal

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TechLine, www.pixabay.com, Lizenz: CC0 Creative Commons

Alten- und Pflegeheime bilden Schwerpunkt

  • Infektionen in Pflegeeinrichtungen stellen größte Herausforderung dar
  • Hälfte der Corona-Fälle im Saale-Orla-Kreis darauf zurückzuführen
  • Weitere Todesfälle in Triptis

Der Saale-Orla-Kreis hat beim Kampf mit der Corona-Pandemie einen zweiten Schwerpunkt. Nach der Seniorenresidenz der Arbeiterwohlfahrt in Triptis droht das Virus nun auch bei einem Pflegedienst im Orlatal zu grassieren. Ausgangspunkt war offenbar die Rückkehr einer Patientin aus dem Krankenhaus, die dabei SARS-CoV2 in die Einrichtung brachte. Bis dato gibt es drei bestätigte Infektionen. Im Fachdienst Gesundheit des Landratsamtes Saale-Orla wird erwartet, dass die Zahl noch steigt.

Ungleich größer ist das Ausmaß des Corona-Ausbruchs im Seniorenheim Triptis, wo die Infektion bereits in 28 Fällen nachgewiesen wurde. Von dort erreichte das Landratsamt am Montagmorgen auch die traurige Nachricht, dass am Wochenende zwei Bewohnerinnen verstarben. Eine verbrachte ihre letzten Stunden in der Seniorenresidenz, die andere im Krankenhaus.

Einrichtungen wie die genannten werden auf absehbare Zeit auch im Saale-Orla-Kreis die Corona-Brennpunkte bilden. In diesem Zusammenhang zitierte der Leiter des Pandemiestabs des Landratsamtes, Dr. Torsten Bossert, einen Zeitungsbericht, wonach 500 – und damit mehr als ein Drittel – der in Deutschland an Covid-19 Verstorbenen in Altenheimen lebten. Im hiesigen Landkreis lässt sich etwa die Hälfte der bestätigten Infektionen auf die Pflegeeinrichtungen zurückführen.

„Wenn tatsächlich mehr als ein Drittel der Todesopfer aus Altenheimen kommt, müssen wir uns darauf konzentrieren und sie schützen. Gleiches gilt für ambulante Pflegedienste“, betont Dr. Torsten Bossert und weiß sogleich um die Schwierigkeit dieses Unterfangens. Tritt das Virus einmal auf, ist eine weitere Ausbreitung aufgrund der großen körperlichen Nähe bei der Pflegearbeit kaum zu vermeiden. Um für den Fall der Fälle so gut wie eben möglich gewappnet zu sein, berät sich der Pandemiestab des Landratsamtes am morgigen Dienstag mit Vertretern aller Altenheime des Saale-Orla-Kreises.

Klammert man die beiden weitgehend in sich geschlossenen Schwerpunkte des Landkreises aus, ist die Lage verhältnismäßig beherrschbar. Die bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Corona-Virus verteilen sich über das gesamte Kreisgebiet und treten örtlich nur vereinzelt auf. Infizierte und Kontaktpersonen wurden und werden rasch ermittelt und in Quarantäne geschickt, so dass bislang keine nennenswerten Häufungen auftraten. „Die Infektionsketten sind für uns noch nachvollziehbar“, so Dr. Torsten Bossert.

Insgesamt kamen über das Wochenende zehn neue Fälle hinzu. Das Virus wurde bei jeweils drei Frauen und zwei Männer aus dem Oberland und Orlatal nachgewiesen. Im Landratsamt wurden nach der Infektion einer Mitarbeiterin aus dem Fachdienst Gesundheit keine weiteren Angestellten positiv auf SARS-CoV2 getestet.

Für Rückfragen zum Thema Corona bleiben die Telefone der Bürgerhotline im Landratsamt in Schleiz – Telefon (03663) 488 888 – jeweils von Montag bis Freitag von 8 bis 18 sowie Sonnabend und Sonntag von 9 bis 13 Uhr erreichbar. Schriftliche Anfragen können via E-Mail an buergerhotline@lrasok.thueringen.de gestellt werden.

Quelle: Landratsamt des Saale-Orla-Kreises, Schleiz.

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