Thüringer Rose 2020 an mehrere ehrenamtliche Helfer

0
284

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (DIE LINKE), wird auch in diesem Jahr Thüringerinnen und Thüringer mit der „Thüringer Rose“ auszeichnen. Mit dieser Medaille werden jährlich Menschen geehrt, die sich in überdurchschnittlicher Weise bei ehrenamtlicher und karitativer Arbeit sozial engagieren.

Sozialministerin Heike Werner sagte vorab: „Auch in diesem Jahr möchten wir wieder Thüringerinnen und Thüringer ehren, die sich in besonders engagierter und uneigennütziger Weise gesellschaftlich, sozial oder karitativ für hilfebedürftige Mitmenschen eingesetzt haben. Die „Thüringer Rose“ ist Auszeichnung und Symbol zugleich für aufopferungsvolles Handeln und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Leider können die Auszeichnungen dieses Jahr aufgrund der Pandemiesituation und den damit verbundenen Einschränkungen nicht wie gewohnt im Rahmen einer Festveranstaltung auf der Wartburg übergeben werden. Dennoch planen wir die Veranstaltung vorbehaltlich auf den 7. Juli, dem Geburtstag der Heiligen Elisabeth, zu verlegen und den diesjährigen Preisträgern dann persönlich für ihr Engagement zu danken.“

Die Thüringer Rose ist ein Zeichen der Würdigung, das an die Heilige Elisabeth erinnert. Diese kam im Jahr 1211 – vor über 800 Jahren – als Vierjährige nach Thüringen. Später setzte sie sich als Thüringer Landgräfin besonders für Arme und Kranke ein und wurde zum Sinnbild für humanitäres und karitatives Wirken.

In diesem Jahr hat die Jury aus zahlreichen Vorschlägen folgende Thüringerinnen und Thüringer für die Auszeichnung ausgewählt:

Christine Berlich aus Bad Berka
Frau Berlich arbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich im stationären Hospiz Bad Berka, in dem schwerstkranke Menschen und deren Angehörige betreut werden. Frau Berlich unterstützt uneigennützig und engagiert in vielen Bereichen. Selbst an ihren freien Wochenenden bietet sie bei Personalmangel Hilfe an. Sie hilft bei Feierlichkeiten im Hospiz und ist Mitglied im Freundeskreis Hospiz Bad Berka.

Kurt Block aus Bad Salzungen, Tiefenort
Kurt Block gründete den Erdfallhilfeverein Tiefenort als vor 18 Jahren in Tiefenort ein Krater im Vorgarten einer Wohnstraße aufbrach. Aufgrund der Schäden mussten fünf Familien ihre Häuser aufgeben. Es folgte für die Familien eine schwere Zeit. Kurt Block kämpfte 12 Jahre für diese Familien und machte auf das Schicksal aufmerksam, indem er Gutachten erstellen ließ und mit Vertretern aus Politik und Wissenschaft das Gespräch suchte. Herr Block ist eine leidenschaftliche Persönlichkeit, die mit sehr viel Engagement Menschen in Not geholfen hat.

Klaus Börold aus Erfurt
Herr Börold arbeitet seit vielen Jahren als Organisationsteamleiter für die sozialen Projekte des Vereins BC Rot-Weiß-Erfurt e.V. Er ist 82 Jahre alt. Klaus Börold plant, gestaltet und sammelt erfolgreich Spenden und leitet vielfältige soziale Projekte des Vereins. Er investiert viel Zeit, Mühe und Herzblut in seine ehrenamtliche Arbeit für an Krebs erkrankte Kinder und während der Corona-Pandemie war er Initiator von zahlreichen sozialen Maßnahmen und Hilfen. Anfang Oktober wurde der Verein als erster in Deutschland zum dritten Mal mit dem „Großen Stern des Sports in Bronze“ aufgrund seines herausragenden und beispielhaften, sozialen Engagements ausgezeichnet.

Rene Fiedler aus Bleicherode
Herr Fiedler ist 63 Jahre alt, Lehrer und ehrenamtlicher Vorsitzender der Ortsgruppe Bleicherode der Volkssolidarität. In dieser Funktion betreut er auch die Begegnungsstätte für ältere Bürger. Nachdem im letzten Jahr die finanzielle Unterstützung für die Begegnungsstätte eingestellt zu werden drohte, kämpfte er für deren Erhalt. Er investierte viel Zeit auf der Suche nach einem neuen Betreiber, den er mit dem Jugendsozialwerk Nordhausen fand, der auch alle Angebote weiterführt. Ganz intensiv setzt er sich für das Zusammenwirken von Jungen und Alten ein. Er gewann Schülerinnen und Schüler als Medienmentoren, die Seniorinnen und Senioren den Umgang mit modernen Kommunikationstechniken lehrten.

Cäcilia Huhn aus Weimar
Frau Huhn besucht seit 2006 als ehrenamtliche Betreuerin und seit vielen Jahren als Leiterin der Gruppe der „Grünen Damen“ regelmäßig das Sophien und Hufeland-Klinikum Weimar. Dort betreut sie psychologisch Patienten*innen sowie die Beschäftigten. Für diese Tätigkeit besucht Frau Huhn immer wieder Fortbildungen und organisiert diese auch für die ganze Gruppe in enger Absprache mit den Mitarbeitern*innen des Klinikums. Außerdem wird von der Gruppe täglich ein Bücherwagen organisiert, um die Patient*innen mit Lesestoff zu versorgen.

Katrin Konrad aus Weimar
Mit viel Einsatz und Engagement setzt sich Frau Konrad seit vielen Jahren für die Belange von kinderreichen Familien ein. Sie kümmert sie sich persönlich um Wohnungs- und Hausvermittlungen für Familien, organisiert Kleidersammelaktionen für Großfamilien und kümmerte sich auch um eine Möbelsammelaktion für Familien. Mit viel Engagement. setzt sich mit Kommunalpolitikern auseinander, vernetzt lokale Akteure und weist stets auf die Belange kinderreicher Familien hin. Gerade auch während der Corona-Pandemie war und ist sie sehr aktiv und engagiert, um gemeinsam mit politischen Vertretern nach Lösungswegen für Hilfen für Familien zu suchen. Sie ist Mitbegründerin des seit 2011 ins Leben gerufenen Verbandes kinderreicher Familien Deutschland e.V.

Felicitas Kotsch aus Dermbach
Frau Kotsch engagiert sich seit über 20 Jahren aktiv in ihrer Gemeinde und spricht dabei Menschen aller Altersklassen an. Ob als Leiterin eines Mutter-Kind-Kreises der Evangelischen Kirchgemeinde, als Betreuerin von Kindern und Müttern in Notsituationen, Nachhilfe-Lehrerin in Englisch für Kinder oder Organisatorin von Weihnachtskonzerten und vielem mehr, ist Frau Kotsch Botschafterin ihrer Gemeinde. Sie engagiert sich für ein vielfältiges, geistig-kulturelles Angebot vor Ort und setzt sich für das Wohl ihrer Gemeinde ein.

Ute Maibohm aus Ulla
Frau Maibohm gründete in Weimar vor mehr als 15 Jahren die erste AGUS (Angehörige um Suizid) Selbsthilfegruppe in Thüringen. Diese Selbsthilfegruppe wendet sich an Angehörige und Freunde, die einen geliebten Menschen durch Suizid verloren haben. Frau Maibohm leitet diese Gruppe mit ungewöhnlichem Engagement sowie mit Empathie und ihrem besonderen Einfühlungsvermögen. Sie hat über viele Jahre Menschen in der ersten akuten Krise nach einem Suizid beigestanden und den nachfolgenden Trauerweg hilfreich begleitet. Frau Maibohm engagiert sich darüber hinaus seit Jahren im Notfallseelsorge- bzw. Kriseninterventionsteam. In ihrem zweiten Ehrenamt betreut sie Menschen, die nach einem Notfallereignis (z.B. Todesfall oder Gewaltverbrechen) unter starken seelischen Belastungen oder einem akuten psychischen Schock stehen.

Sabine Messlin aus Jena
Frau Messlin ist 2013 mit ihrem pflegebedürftigen Mann in die Senioren-Servicewohneinrichtung „Comfort-Wohnen am Paradies“ in Jena gezogen. Dort hat ihn bis zu seinem Tod 2015 gepflegt. Seitdem setzt sie sich für die Bewohner*innen der Einrichtung ein und organisiert wöchentliche Singstunden, übernimmt als ehemalige Physiotherapeutin wöchentliche Sitzgymnastik, wenn die Fitnesstrainerin erkrankt oder im Urlaub ist. Sie organisiert an Feiertagen ein Beisammensein für alleinstehende Mitbewohner*innen und setzte sich für die Gründung eines Bewohnerbeirats ein. Des Weiteren organisiert sie Zusammenkünfte mit Lesungen, Reisebereichten oder Diskussionen und kümmerte sich während der Pandemiezeit um Mitbewohner*innen, damit diese nicht vereinsamen.

Brunhild Pätzold aus Rodeberg/ OT Eigenrieden und Paula-Margarete Fritzlar
Mit ihren Häkeltieren, die zum Teil über Deutschlands Grenzen hinaus verkauft werden, sammelt Frau Pätzold Spenden für die Thüringer Hospizarbeit und unterstützt Kinder in Not. Mehrere tausend Euro konnten somit schon übergeben werden. Frau Pätzolds Enkeltochter organisiert und unterstützt den Verkauf der Häkeltiere, die normalerweise zum Mühlhäuser Röblinglauf angeboten werden. In diesem Jahr organisierte sie den Verkauf über die sozialen Netzwerke, da der Lauf nicht stattfinden konnte.

Elinor Schönherr aus Jena
Frau Schönherr ist seit 1996 Mitglied als ehrenamtliche Hospizbegleiterin im Verein Hospiz Jena e.V. Sie ist die dienstälteste Hospizbegleiterin und noch heute einer der zuverlässigsten und am häufigsten eingesetzten Ehrenamtlichen. Neben den Begleitungen war sie über viele Jahre im Vorstand des Vereins tätig u.a. als Schatzmeisterin. Zu diesem Zeitpunkt war der Förderverein Betreiber des ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes mit vier angestellten Koordinatorinnen, über 100 ehrenamtlichen Hospizbegleitern und weit über 200 Begleitungen pro Jahr.
Frau Schönherr war maßgeblich an der Gründung der Hospiz- und Palliativstiftung Jena 2014 beteiligt und ist von Beginn an im Kuratorium der Stiftung tätig. Sie setzte sich sehr stark für die Errichtung eines stationären Hospizes in Jena ein, welches 2019 eröffnet werden konnte.

Silke Senge aus Heilbad Heiligenstadt
Seit 25 Jahren widmet sich Frau Senge der Betreuung und Integration blinder und sehbehinderter Menschen im Landkreis Eichsfeld. Sie leistet nicht nur praktische Hilfe für Betroffene und Angehörige, sondern weiß aufgrund eigener familiärer Erfahrung, wie Sehgeschädigte mit der Behinderung umgehen und welche Hilfe sie benötigen.
Hervorzuheben ist ihr Einsatz um den weiteren Aufbau und die Profilierung der 1990 eröffneten Beratungsstelle des BSV für Behinderte. Während der Pandemie hielt sie telefonisch Kontakt zu den blinden und sehbehinderten Menschen, organisierte Einkaufshilfen und versorgte diese mit Informationen. Seit 25 Jahren unterstützt und organisiert sie hauptberuflich und ehrenamtlich im Rahmen des Betreuungsprogrammes vielfältige Veranstaltungen und Aktivitäten für die Kreisorganisation Eichsfeld. Sie leitet außerdem seit vielen Jahren die Selbsthilfegruppe für blinde und sehbehinderten Frauen im Eichsfeld.

Quelle

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here