Thüringen: Preisträger für den Digital- und Open-Source-Preis 2021 stehen fest

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Zum Abschluss des Thüringer Digitalfestivals wurde der Digital- und Open-Source-Preises Thüringen 2021 verliehen. Er prämiert innovative digitale Geschäftsmodelle, digitale Produkte und Open-Source-Lösungen. „In unserer Digitalstrategie haben wir eine klare Vision für ein digitales Thüringen formuliert. Mit dem Digital- und Open-Source-Preis möchten wir daher Projekte von Menschen und Institutionen in Thüringen würdigen, die mit digitalen Lösungen einen Mehrwert schaffen“, betonte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee anlässlich der Verleihung im Rahmen der Veranstaltung „Heizwerk digital“.

Der Digital- und Open-Source-Preis Thüringen wird in diesem Jahr bereits zum dritten Mal verliehen. Die Preisgelder in Höhe von 5.000 Euro je Kategorie werden durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft ausgelobt. Organisiert wird der Preis durch die Digitalagentur Thüringen und das ITnet Thüringen.

Die Preisträger sind:

Kategorie 1: Digitale Geschäftsmodelle

Einkaufen 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Seit Februar 2020 betreibt die Emma’s Tag & Nacht Markt GmbH einen Markt in Altengottern im Unstrut-Hainich-Kreis, der als erster Markt für kleinere Gemeinden in Deutschland 24 Stunden von Montag bis Sonntag geöffnet hat. Gekauft werden können Lebensmittel, Drogerieartikel, Backwaren vom lokalen Bäcker, Fleisch- und Wurstwaren der Landfleischerei Altengottern sowie Obst und Gemüse; bezahlt wird mit Karte. Damit bietet Emma’s Tag & Nacht eine Infrastruktur, die die Lebensqualität im ländlichen Raum erhöht und durch das Einbeziehen lokaler Anbieter ein wichtiges Bindeglied in der Wertschöpfungskette in der Region ist. Verschiedene Möglichkeiten der Digitalisierung werden eingesetzt: Alle verbauten Systeme (Warenwirtschaftssystem, IOT-Technik, Sensortechnik, Kamerasystem und weitere Überwachungssysteme) werden zentral gesteuert und verwaltet.
Ein kostenloser WLAN-Zugang und eine Packstation können genutzt werden, eine digitale Infotafel informiert über Bekanntmachungen in der Gemeinde.


Kategorie 2: Digitale Produkte:

Ob Großunternehmen, Versicherung oder Bank – überall werden heute große Mengen an Papierdokumenten automatisiert verarbeitet. Dadurch entsteht ein Einfallstor für Betrüger, die sich durch die Manipulation einzelner Dokumente Vorteile verschaffen. Obwohl dadurch Millionenschäden entstehen, ist eine manuelle Prüfung aller Dokumente meist unwirtschaftlich. ICO.Fraud ist die erste Lösung zur automatischen Prüfung großer Dokumentmengen, die als Foto oder Scan vorliegen. Die Software erkennt den Verfasser eines Dokuments und gleicht über 150 Merkmale wie Schriftarten, Logos und Layouts mit zuvor verarbeiteten Dokumenten dieses Verfassers ab. Weicht ein Beleg zu stark davon ab, wird er zur Prüfung ausgesteuert. Dadurch kann ein Betrugsversuch bereits frühzeitig gefunden werden, bevor z. B. eine Versicherungsleistung ausgezahlt wurde. Derzeit wird die Software von Privaten Krankenversicherungen eingesetzt. Weitere mögliche Einsatzfelder sind Versicherungen, Banken, Zollbehörden, Großunternehmen, Sozialversicherungsträger oder Finanzbehörden. ICO-LUX ist ein junges Start-up mit Sitz in Jena. Die technologiegetriebene Ausgründung der Friedrich-Schiller-Universität Jena besteht aus Experten in Künstlicher Intelligenz und Machine Learning, Computer Vision sowie Insurance Fraud.

Kategorie 3: Open-Source-Lösungen

„WirLernenOnline“ (WLO) ist eine Open Source-Plattform für Lehrer und Schüler, die frei verfügbare Lerninhalte bietet. Zahlreiche, im Internet bestehende Einzelangebote werden so gebündelt und Schulstufen entsprechend kategorisiert. Mit einer Suchmaschine kann nach Lehrmaterialien, Lern-Tools oder Medien sowie nach Schulfächern und Themengebieten, Alter und Schulform gesucht werden. So können Inhalte unterschiedlicher Quellen über eine zentrale Plattform genutzt werden. Jeder kann Vorschläge für Quellen machen, die anschließend von der Redaktion geprüft und bei positiver Begutachtung eingebunden werden. Heute findet man über die WLO 131.343 Inhalte, 20 Redaktionen bauten 2.407 Lehrplansammlungen mit 13.559 Inhalten auf. Die metaVentis GmbH ist Entwicklerin und Herausgeberin der edu-sharing Open-Source-Lösung, die unter Mitwirkung weiterer beteiligter IT-Firmen entwickelt wurde. WLO wird im Rahmen des Digitalpakts Schule vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Sonderpreis der Kategorie Open-Source-Lösungen:

Die für jeden zugängliche App veranschaulicht Klimadaten zur aktuellen Klimadebatte. Sie bildet eine Schnittstelle aus historischen Wetterdaten mehrerer Jahrhunderte (bis 1781 zurück) und moderner Datenwissenschaft. Dafür werden Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aufbereitet und visualisiert. Tobias Kellner promoviert aktuell an der Universität Erfurt zum Thema „Effiziente Finanzmärkte“ an der Professur für Ökonometrie (Statistik in den Wirtschaftswissenschaften). Aus eigenem Interesse an der Klimadebatte begann er, die App zu entwickeln.

Quelle

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