Thüringen: 25 neue Professuren für Digitalisierung

0
123

Das Thüringer Wissenschaftsministerium will die Entwicklung und Anwendung digitaler Technologien und Verfahren noch stärker an den Thüringer Hochschulen verankern. Dazu sollen im Rahmen des neuen Programms „PROF-IT 25“ in den kommenden Monaten in unterschiedlichen Fachbereichen bis zu 25 zusätzliche Professuren mit einem Schwerpunkt „Digitalisierung“ eingerichtet werden. Zur Ermittlung des Bedarfs fand in den vergangenen Wochen ein Interessenbekundungsverfahren unter den Thüringer Hochschulen statt. Bis 2025 stellt das Ministerium für diesen Zweck 18 Millionen Euro aus Mitteln des Zukunftsvertrags „Studium und Lehre stärken“ bereit.

Die ersten Förderzusagen über 150.000 Euro für zwei Hochschullehrer-Positionen übergab Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute in Gera an die Duale Hochschule Gera–Eisenach. Darüber hinaus erhielt am heutigen Tag auch die Friedrich-Schiller-Universität die Zusage über eine Finanzierung von insgesamt drei Digitalisierungsprofessuren im Umfang von einer Million Euro.

„Die Hochschulen sind wichtige Impulsgeber für die Digitalisierung – diese Funktion wollen wir mit PROF-IT 25 in Thüringen weiter ausbauen“, sagte Tiefensee. Die neuen Professuren seien interdisziplinär ausgerichtet und sollten nach innen wie nach außen wirken: „Es geht darum, in den jeweiligen Fachbereichen neue digitale Inhalte, Anwendungen und Methoden zu entwickeln – und diese dann auch stärker nach außen in Wirtschaft, Gesellschaft, Forschung oder Kultur hineinzutragen“, so der Minister.

Eine wichtige Aufgabe der neuen Professuren wird es sein, die Absolventinnen und Absolventen auf eine zunehmend digitale Arbeitswelt vorzubereiten – gerade auch in Fachgebieten, in denen die Digitalisierung noch kein selbstverständlicher Teil von Studium und Lehre ist. Neue digitale Verfahren und Technologien sollten in allen Studienfächern stärker zum Tragen kommen – und dieses Wissen dann auch in Unternehmen und Institutionen besser nutzbar gemacht werden, so Tiefensee: „Mit den 25 Digital-Professuren sorgen wir dafür, dass die Querschnittsaufgabe Digitalisierung in Lehre, Forschung und auch beim Technologietransfer künftig noch stärker verankert wird.“

Als Startschuss zur Programmumsetzung erhielten heute die Duale Hochschule Gera–Eisenach (DHGE) und die Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) die ersten Förderzusagen.

Mit diesen Mitteln wird an der DHGE die Schaffung von je einer zusätzlichen Stelle auf den Gebieten „Digitalisierung in Wirtschaft und Verwaltung“ (am Campus Gera) sowie „Digitalisierung von Produktions- und Geschäftsprozessen“ (am Campus Eisenach) ermöglicht. „Aufgrund des hohen Qualifizierungsbedarfs der regionalen Unternehmen sowie der öffentlichen Verwaltungen im Bereich der Digitalisierung haben wir in den vergangenen Jahren die dualen Studienangebote der DHGE auf diesen Gebieten fachlich erheblich ausgebaut“, sagte DHGE-Präsident Prof. Dr. Burkhard Utecht, der die Förderbescheide entgegennahm. „Die neuen Stellen werden diesen Prozess nachhaltig unterstützen und hier insbesondere helfen, die Entwicklung digitaler Lehr- und Lernkonzepte interdisziplinär zu intensivieren und zu beschleunigen.“

Die FSU Jena erhält finanzielle Unterstützung für die Einrichtung von drei Professuren – für „Didaktik der Informatik“, für „Quantencomputing/Quantenkommunikation“ sowie für „Systemsoftware“. „Digitalisierung spielt als Querschnittsthema in allen Feldern der Wissenschaft eine zentrale Rolle. Unternehmen und öffentliche Einrichtungen suchen händeringend nach Experten mit digitaler Kompetenz. Kein gesellschaftlicher Bereich ist von der Digitalisierung ausgenommen. Die drei Digitalprofessuren an der Universität Jena treiben die Entwicklung quantenbasierter Technologien voran, entwickeln neuartige Systemsoftware und legen den Grundstock für die akademische Wissensvermittlung“, erläutert Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Quelle

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here