Erfurt: kein fremdenfeindliches Motiv nach Übergriff auf Ägypter

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Am 18.07.2021 kam es in den frühen Morgenstunden gegen 04:10 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle „Riethstraße“ zu einer tätlichen Auseinandersetzung bei der zwei Personen verletzt wurden.

Der Auseinandersetzung liegt nach den bisherigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei Erfurt und Staatsanwaltschaft Erfurt folgender Sachverhalt zugrunde:

Ein 33- jähriger ägyptischer Staatsangehöriger fuhr mit der Straßenbahn der Linie N3 vom Domplatz Richtung Europaplatz. Noch vor Erreichen der Haltestelle „Riethstraße“ entwickelte sich in der Straßenbahn eine verbale Auseinandersetzung zwischen dem Ägypter und einer, aus drei Männern (deutsch, 19, 23 und 28 Jahre ) und zwei Frauen (deutsch, 21 und 25 Jahre) bestehenden, fünfköpfigen Gruppe. Ursächlich hierfür sei gewesen, dass die in den Gang der Straßenbahn hineinragenden Beine mehrerer Personen der oben genannten Gruppe, den ägyptischen Staatsangehörigen beim Aussteigen behindert haben.

Ein deutscher Tatverdächtiger soll den Ägypter dann körperlich attackiert haben. Hieraus ist dann eine körperliche Auseinandersetzung entstanden, an der in der Folge mindestens zwei Personen aus der oben genannten Gruppe und der Ägypter beteiligt gewesen sein sollen. Es soll insbesondere auch zu wechselseitigen Tätlichkeiten zwischen den Beteiligten außerhalb der Straßenbahn, gekommen sein.

Der 33- jährige Ägypter wurde hierdurch erheblich verletzt und kurze Zeit später in der Nähe der Haltestelle auf dem Boden liegend von Passanten gefunden.

Am gestrigen Abend meldete sich die fünfköpfige Gruppe selbständig bei der Erfurter Polizei, um den Sachverhalt zu schildern. Entsprechende Beschuldigtenvernehmungen wurden durch die Polizei teilweise realisiert.

Am heutigen Tag wurde auch der ägyptische Staatsangehörige zum Tatgeschehen vernommen. Hinweise auf ein fremdenfeindliches Motiv der deutschen Tatverdächtigen gibt es nicht.

Im Ergebnis der bisherigen Ermittlungen lässt sich noch keine abschließende Aussage zum konkreten Tatablauf, zur Tatintensität und zu den einzelnen Handlungen aller Beteiligten treffen. Die Ermittlungen werden daher intensiv fortgesetzt. Die sichergestellte Videoüberwachung der Straßenbahn wird aktuell ausgewertet.

Die Kriminalpolizeiinspektion Erfurt sucht dringend Tatzeugen, die nähere Angaben zum Tatgeschehen in und außerhalb der Straßenbahn tätigen können. Diese werden gebeten, sich telefonisch unter 0361 -78400 zu melden.

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