Thüringen: Demokratiepreis an „Omas gegen Rechts“ e.V.

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Thüringens Minister für Bildung, Jugend und Sport, Helmut Holter, verlieht gestern den Thüringer Demokratiepreis. Damit werden nun zum achten Mal Initiativen, Vereine und Einzelpersonen für ihr gesellschaftliches Engagement für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit in Thüringen ausgezeichnet.

Minister Helmut Holter unterstreicht: „Die Preisträgerinnen und Preisträger setzen sich auf hervorragende Weise für unsere Gesellschaft und ihre demokratischen Grundwerte ein. Sie beweisen Mut und übernehmen Verantwortung für eine gemeinsame, solidarische Zukunft in diesem Land. Ihre Projekte verkörpern beispielhaft einen wichtigen Beitrag für unser demokratisches Gemeinwesen.“

Der Thüringer Demokratiepreis wird seit dem Jahr 2013 verliehen. Er wurde geschaffen, um langfristigen Einsatz und innovative Arbeit für Demokratie anzuerkennen. Er soll Unterstützung und Kraft für die weitere Arbeit geben, die oft in einem sehr schwierigen und häufig gefährlichen Umfeld geleistet wird. Der Thüringer Demokratiepreis ist Teil des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit. Es werden drei Hauptpreise und sechs Anerkennungspreise verliehen. Die Auszeichnungen sind mit insgesamt 9.000 Euro dotiert.

Eine Jury hat aus 34 nominierten Projekten, Initiativen und Einzelpersonen Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt. Die 10-köpfige Kommission bildete eine große Bandbreite verschiedener gesellschaftlicher Gruppen ab. So wirkten neben Vertreterinnen und Vertreten der Wissenschaft und aus Verbänden auch junge Menschen bei der Auswahl mit.

Den mit 3.000 Euro dotierten 1. Hauptpreis erhalten in diesem Jahr die „Omas gegen Rechts“ e.V. Sie engagieren sich auf vielfältige Art und Weise, auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen, regional und überregional für eine demokratische Gesellschaft. Sie führen öffentliche Aktionen und Veranstaltungen durch, zuletzt „Bücher aus dem Feuer“, solidarisieren sich mit Opfern (z.B. Ballstädt-Prozess, Attentat Halle) und initiierten die Online-Petition „Keine Deals mit Nazis“ mit fast 45.000 Unterschriften.

Der mit 2.000 Euro dotierte 2. Preis geht stellvertretend an die Stadt Eisenach für das Jahresprojekt „Der NSU. Das Trauma eines Landes“. Im Rahmen dessen wurden und werden die Gewalttaten des NSU-Komplexes durch zahlreiche lokale und überregionale Kooperationspartner*innen aufgearbeitet. Umgesetzt wurden z.B. eine Fotoausstellung, ein Foto-Workshop und Theaterstück. Letzteres wurde verfilmt und steht Schulen für Projektarbeit zur Verfügung. Auch ein jungenpädagogisches Bildungsangebot befindet sich in der Umsetzung.

In diesem Jahr werden zwei 3. Hauptpreise verliehen, die jeweils mit 500 Euro dotiert sind. Geehrt werden die Seebrücke mit den jeweiligen Lokalgruppen aus Erfurt und Jena:

Die Lokalgruppe der Seebrücke Erfurt setzt sich für sichere Migration ein. Im Erfurter Stadtrat wurde auf Initiative der Lokalgruppe die Erklärung „Sicherer Hafen“ unterzeichnet. Die Gruppe ist lokaler Kooperationspartner und tritt öffentlich kreativ, entschlossen und friedlich für die Sicherung der Menschenrechte ein.

Die Initiative der Lokalgruppe Jena zeigt Missstände der Flüchtlingspolitik auf und setzt sich für menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten ein. Verschiedene Veranstaltungen wurden in Kooperation mit zahlreichen regionalen und überregionalen Partnern durchgeführt. Sie waren an der Petition „Aufnahme aus griechischen Flüchtlingslagern: Land Thüringen soll gegen BMI klagen“ sowie dem Einsatz für die Verbesserung der Lebensbedingungen in der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl beteiligt. Sie erreichten den ersten Stadtratsbeschluss in Thüringen, Geflüchtete schnellstmöglich in Wohnungen unterzubringen.

Die Anerkennungspreise und damit je 500 Euro erhalten in diesem Jahr:

  • Joachim Heise für die Anregung und Unterstützung junger Menschen zur Aufarbeitung historisch-politischer Themen im Landkreis Nordhausen
  • Kinderstadt Meiningen e.V. für die kontinuierliche Organisation und Durchführung der Kinderstadt „Tiberanda“ in Meiningen
  • Hannah Heinert, Bruno Pelz, Milli Wagner und Leonie Hänsel des Heinrich-Böll-Gymnasiums in Saalfeld für die Entwicklung und Etablierung des mobilen Stadtrundgangs „Auf den Spuren jüdischen Lebens in Saalfeld“
  • Wilfried Küster für sein langjähriges Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit im Landkreis Sömmerda
  • Organisationsteam der Freien Gemeinschaftsschule UniverSaale Jena für die eigenverantwortliche Organisation und Durchführung der Projekttage „Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt“
  • Projekt „Demokratie_laden“ in Kahla für die langjährige Initiativarbeit und Unterstützung der Zivilgesellschaft sowie der Demokratiestärkung im ländlichen Raum

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