Eisenach: Zukunft des „Schmalen Hauses“ ist gesichert

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Von NoRud - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39352460

Das „Schmale Haus“ am Johannisplatz ist wohl allen Eisenacher*innen bekannt und gehört eindeutig zum Stadtbild dazu. Dennoch ist es etwas Besonderes. Mit einer Breite von nur 2,05 Meter ist es eines der schmalsten Häuser in Deutschland, besitzt zwei Stockwerke auf einer Höhe von 8,50 Metern und erstreckt sich auf einer Grundfläche von insgesamt 20 Quadratmetern.

Nach dem Tod des Besitzers suchten sein Sohn und die Stadt Eisenach gemeinsam nach einer Möglichkeit, das Haus dauerhaft zu erhalten und für die Nachwelt zu bewahren. Nach intensiven Gesprächen konnte mit der Denkmalstiftung Eisenach – eine Treuhandstiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz – ein Weg gefunden werden, das „Schmale Haus“ im August 2020 zu erwerben. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz überlässt das Haus der Stadt Eisenach zur Nutzung. Ein Vertrag hierzu wurde bereits unterzeichnet.

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Denkbare Möglichkeiten der Nutzung gibt es mehrere, solange die historische und stadtgeschichtliche Bedeutung gewahrt bleibt. Aufgrund der kleinen Räume mit ihren niedrigen Decken über mehrere Etagen, die nur über schmale Stiegen zugänglich sind, ist und bleibt die Zugänglichkeit jedoch begrenzt. Daher ist eine etwaige Nutzung als Ausstellungsfläche momentan nicht angedacht.

Eine offizielle Übergabe hat bisher noch nicht stattgefunden. Denn bevor das Haus übergeben werden kann, muss eine Inventarisierung beziehungsweise Sortierung des Inventars vorgenommen werden. Die Denkmalstiftung Eisenach und der Fachdienst Gebäudemanagement der Stadtverwaltung, dieser ist für die Bewirtschaftung, Reparaturen und Instandhaltung verantwortlich, werden dies voraussichtlich im Frühsommer in Angriff nehmen. Auch die Folgen eines Wasserschadens müssen beseitigt werden. Momentan wird das „Schmale Haus“ ehrenamtlich gepflegt: Stefan Schweßinger übernimmt eine regelmäßige Begehung und hilft dabei, eventuelle Schäden frühzeitig zu erkennen.

Das „Handtuchhaus“ Es ist mit einer Breite von nur 2,05 Metern eines der schmalsten Häuser in Deutschland, besitzt zwei Stockwerke auf einer Höhe von 8,50 Metern und erstreckt sich auf einer Grundfläche von insgesamt 20 Quadratmetern.

Das genaue Alter des Hauses ist nicht bekannt, wird jedoch auf rund 250 Jahre geschätzt. Es hat sicher viel erlebt und wurde von seinen Besitzern nicht nur einmal vor dem Abriss bewahrt. So stand es um 1900 dem Bau größerer Häuser im Weg. Der damalige Besitzer konnte es jedoch mit großherzoglicher Unterstützung nicht nur retten. Auch die Fassade wurde erneuert und kunstvoll mit Ornamenten im Jugendstil gestaltet.

Zwischenzeitlich wurde es sogar als Verkaufsstelle für Obst und Gemüse genutzt, bevor es 1941 einen neuen Anstrich und seinen Beinamen „Handtuch“ erhielt. Handtuchhäuser sind im allgemeinen Gebäude, die einen länglichen, schmalen Grundriss haben, verhältnismäßig hoch sind und somit an ein Handtuch erinnern.

In den 1970er Jahren wurde das Schmale Haus erneut vor dem Abriss gerettet. Klaus Trippstein – genannt Trippus – erwarb und restaurierte das vom Verfall bedrohte Fachwerkhaus Schritt für Schritt, zog 1974 ein und lebte dort bis kurz vor seinem Tod. Vor der Wende trafen dort regelmäßig Oppositionelle zusammen und auch danach fanden die sogenannten Montagsrunden dort statt.

Immer wieder einmal konnte auch die Öffentlichkeit einen Blick hineinwerfen, beispielsweise während einer persönlichen Führung im Rahmen der Eisenacher KinderKulturNacht. Denn nicht nur von außen, sondern auch im Inneren ist es besonders – alte Holzdielen, schmale Stiegen, historische Möbel, alte Bilder, Plastiken und Exponate machen den einzigartigen Charme des Hauses aus.

Quelle.

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