Saalfeld: Erfolgreicher Frühjahrsputz

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Foto: Stadt Saalfeld

Geschätzt weit über 2.000 fleißige Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich engagiert während der diesjährigen Aktionswoche und befreiten die Stadt von Unrat. Neben der guten gibt es allerdings auch eine schmutzige Bilanz von „Schön sauber bleiben! – Saalfeld putzt und ploggt“: 750 volle Mülltüten oder über 10 volle Container mit gesammelten Müll- und Abfallresten. „Unglaubliche Funde wie eine Waschmaschine, eine Deponie bestehend aus 39 Altreifen, Fahrräder in der Saale oder weggeworfene Autobatterien sind nur die Spitze des Müllberges, der viele Fragen aufwirft“, wusste Kai-Uwe Koch, Leiter des Saalfelder Ordnungsamtes zu berichten. Unbezahlbar für die Umwelt bleibt deshalb das ehrenamtliche Engagement der vielen Helferinnen und Helfer.

Der Regenbogenkindergarten in Gorndorf etwa folgt dem Aufruf der Stadt Saalfeld seit Jahren sehr gern. Und so machten sich am vergangenen Mittwoch 40 Kinder und ihre Erzieherinnen dazu auf, den Müll rund um den Kindergarten und dessen näherer Umgebung aufzusammeln. Dabei stellten die Kinder angesichts weggeworfener Gläser, defekter Möbelstücke und ganzer Autobatterien ihren Erzieherinnen Fragen, auf die Erwachsene oft nur schwer antworten können.

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„Warum werfen die Menschen Glas auf die Wiese, die Tiere können sich doch verletzen?“ „Warum werfen sie ihren Müll denn nicht in die Mülltonnen?“ Die Fragen der Kinder stehen hier exemplarisch für das Warum.

Größere Ansammlungen Abfalls fanden sich erwartungsgemäß um die Abfallcontainer im Stadtgebiet, aber auch im Umkreis von Schnellrestaurants. Hier wurden in den Hecken an den Parkplätzen Unmengen von Verpackungsmüll und Unrat hinterlassen. Nichts kann eine illegale Müllentsorgung rechtfertigen. Demzufolge gehört es leider mit in die Bilanz zu sagen, dass Umweltsünden bei einigen Bürgerinnen und Bürgern noch immer nicht tabuisiert zu sein scheinen. Illegale Deponien kosten die Stadt viel Geld. Geld, was dann an anderen Stellen fehlt.

Umso wichtiger ist es, Aufklärungsarbeit zu leisten. Aus diesem Grund wurde die Aktionswoche mit einem Akteurstag abgeschlossen, an dem verschiedene Aussteller sich und ihre Projekte zu den Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Recycling, Ressourcenschonung und Müllentsorgung auf dem Saalfelder Marktplatz präsentierten. Wie man aus einer Konservendose einen Aschenbecher gestaltet, aus Abfall Musikinstrumente herstellt oder Kunststoffreste zerkleinert, um sie dann in eine neue Form zu pressen und einer neuen Bestimmung zuzuführen, stieß bei den Besucherinnen und Besuchern auf positive Resonanz. „Oberstes Ziel ist die Müllvermeidung, mit der heutigen Veranstaltung hoffen wir mehr Menschen für Nachhaltigkeit und eine saubere Umwelt sensibilisieren zu können“, sagte KEPOL-Koordinator David Theobald. Der Umweltaspekt wurde zudem aus dem Blickwinkel einer grünen Stadt betrachtet und eine Pflanzentauschbörse organisiert, die regen Zulauf fand und wo neben Pflanzen auch wertvolle Tipps untereinander getauscht worden. Einen guten Zuspruch verzeichnete auch der Aktionsabschluss in Kleingeschwenda, der parallel zum Marktgeschehen für die Einwohner der Höhendörfer organisiert wurde.

Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr das Putzen um das Ploggen erweitert, womit sich die sportlich aktiven Bürgerinnen und Bürger angesprochen fühlen sollten. Joggen und Müllauflesen, ein schwedischer Trendsport fand so den Weg ins thüringische Saalfeld. Charles Franzke, bekannter Obstacle-Racer (Extrem Hindernis-Läufer) unterstütze diesen Gedanken, rief die Saalfelderinnen und Saalfelder aktiv dazu auf, die Stadt vom Müll sauber zu ploggen und bot während der Aktionswoche einen Kurs „Plogging“ für jede und jeden Interessierten an.

„Zusammenfassend gesagt, liegt den Bürgerinnen und Bürgern Saalfelds sehr viel an einer sauberen Umgebung. Das zeigt allein die hohe Beteiligung in der Aktionswoche. Bleibt zu wünschen, dass die Beteiligung weiter zunimmt und die Müllberge von Jahr zu Jahr kleiner werden“, resümiert Dr. Steffen Kania.

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