Emilia und Noah bleiben beliebteste Vornamen

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www.pixabay.com, CC0 Creative Commons

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat die in Deutschland am häufigsten vergebenen Vornamen des Jahres 2021 ermittelt. Spitzenreiter bei den Erstnamen sind wie im vorhergehenden Jahr Emilia und Noah. Blitzaufsteiger Matheo macht weitere Plätze gut. Mit Emil gibt es einen Neuzugang in den Top Ten der Jungennamen, darüber hinaus ein Widersehen mit Luca. Die Mädchennamen sind derweil weiterhin stabil.

Die beliebtesten Erstnamen

Mädchen%Jungen%
1. Emilia (1)1,521. Noah (1)1,42
2. Hannah/Hanna (2)1,422. Matt(h)eo/Mat(h)eo (4)1,33
3. Sophia/Sofia (4)1,403. Leon (2)1,25
4. Emma (3)1,374. Finn (7)1,18
5. Mia (5)1,315. Paul (3)1,17
6. Mila (7)1,186. Luca/Luka (14)1,17
7. Lina (6)1,147. Elias (6)1,11
8. Ella (8)1,128. Emil (11)1,10
9. Klara/Clara (10)1,079. Felix (8)1,09
10. Lea/Leah (9)1,0410. Louis/Luis (10)1,07

* Anteil an allen vergebenen weiblichen bzw. männlichen Vornamen In Klammern die Platzierung im Vorjahr. Lautliche Varianten – Hannah/Hanna, Henry/Henri etc. – wurden mitgezählt, doch nur dann mit aufgeführt, wenn sie eine relevante Häufigkeit erreichten.

Was sich in den Top Ten sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen zeigt: die Mischung aus Zeitlosigkeit und Zeitgeist. Auf der einen Seite haben wir Namen, die uns in der Spitzengruppe schon seit vielen Jahren begleiten, etwa Hanna, Sophia, Emma, Mia und auch Lea, bei den Jungen sind es Leon, Paul, Elias und Felix, aber auch Noah, Luca und Louis treffen wir schon eine gute Weile in den Top Ten an. Mila, Lina, Ella und Klara sowie Matheo, Finn und Emil gehören hingegen zu den Namen der Kategorie »Zeitgeist«: Durch sie wird weniger Tradition, dafür mehr Trend transportiert.

Wie schon in den vergangenen Jahren zu beobachten war, erweisen sich die Mädchennamen in den Top Ten der Erstnamen als recht stabil: In dieser Gruppe sind im Vergleich zum Vorjahr keine Neuzugänge zu verzeichnen, stattdessen tauschen einige Namen den Platz, so Sophia mit EmmaMila mit Lina und Klara mit Lea. Ein ausschlaggebendes Kriterium für die Beliebtheit dieser Namen ist ihr Wohlklang: Die sonoren Konsonanten <m>, <n> und <l> sowie die hellen Vokale <e>, <i> und <a> verleihen den Namen ganz besonders viel lautliche Ästhetik. Gleich sieben der zehn Top-Namen setzen sich sogar ausschließlich aus diesen sechs Buchstaben zusammen, nämlich Emilia, Emma, Mia, Mila, Lina, Ella und Lea.

Bei den Jungen hat sich Matheo weiter nach oben gearbeitet. Im Vorjahr sorgte er für eine große Überraschung, indem er sich von Platz 13 auf Platz 4 katapultiert hatte. Die Erwartung, im Folgejahr vielleicht Platz 1 zu erobern, konnte er jedoch nicht erfüllen: Noah lässt sich noch nicht von der Spitzenposition verdrängen. Dafür verzeichnen die Top Ten auch in diesem Jahr einen Neuzugang: Emil auf Platz 8 harrt schon seit einigen Jahren darauf, in die Spitzengruppe aufzusteigen. Luca hingegen, ebenfalls neu in den Top Ten, ist hier kein Unbekannter: Schon seit 2002 zählte der Name regelmäßig zu den beliebtesten Vornamen und belegte 2012 sogar den ersten Platz, bevor er ab 2017 eine Pause einlegte. Für diese beiden Aufsteiger mussten Henry, im Vorjahr Platz 9, und Ben, im Vorjahr Platz 5 und seit 2011 regemäßig unter den Top Ten, das Feld räumen.

Lautlich unterscheiden sich die Jungennamen etwas stärker voneinander als die Mädchennamen; dennoch dominieren auch hier kurze, teils sogar einsilbige Namen. Wohlklang wird erzeugt durch sogenannte Hiate, zwei aufeinandertreffende Vokale in unterschiedlichen Sprechsilben, etwa bei Noah, Matheo, Leon, Elias und Louis. Sieben der zehn Namen beginnen zudem mit einem sonoren Konsonanten (<m>, <n>, <l>) oder dem hellen Vokal <e>.

Vornamenvergabe in den Regionen

Finden die Änderungen in unseren Top Ten in Gesamtdeutschland von Jahr zu Jahr in übersichtlichen Schritten statt, kann die Vornamenvergabe in den Regionen Nord, Süd, Ost und West hingegen deutlich voneinander abweichen. Im vergangenen Jahr haben wir an dieser Stelle den Osten des Landes mit dem Westen verglichen, dieses Jahr richten wir den Blick auf den Norden und den Süden[1] (die Top Ten aller Regionen finden Sie in unserer ausführlichen Auswertung).

Die nord- und süddeutschen Listen der Erstnamen weisen bei den Mädchen vier Übereinstimmungen auf (Emma, Hanna, Mia und Emilia), bei den Jungen sogar nur zwei (Noah und Paul). Interessanter als die Gemeinsamkeiten sind jedoch die Unterschiede der Namenvergabe in diesen Regionen: Bei den Mädchen tun sich im Norden besonders die Namen Ida, Frieda, Mathilda und Lia hervor, die im Norden unter den Top Ten, im Süden jedoch nicht unter den Top 20 zu finden sind. Im Süden beliebt sind dagegen die Namen Anna, Marie und Luisa. Noch deutlicher wird der Regionenunterschied bei den Jungen: Hier ist es vor allem der Name Fiete, der die beiden Regionen spaltet: Im Norden belegt er inzwischen Platz 8, im Süden jedoch liegt er weit abgeschlagen auf Platz 239 (sic!). Ein solch starker Unterschied ist selten zu beobachten. Im Süden sind dagegen die Namen Lukas, Maximilian und Jakob deutlich beliebter als im Norden.

Finn, Fiete und Theo, Ida, Frieda und Mathilda, dies sind also Namen, die charakteristisch für den Norden der Republik sind. Hier lassen sich durchaus Einflüsse aus dem Skandinavischen und auch Friesischen festmachen. Der Süden hingegen ist mit Namen wie Lukas, Maximilian und Jakob, Sophia, Anna und Marie eher traditionell geprägt; hier finden sich unter den beliebtesten Namen auch biblische Anklänge.

Autor: Gesellschaft für deutsche Sprache e. V., Wiesbaden.

Quelle.

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