EU sichert sich erste Impfstoffe gegen Affenpocken

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In Reaktion auf die derzeitigen Affenpocken-Ausbrüche hat die Europäische Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen heute mit dem Unternehmen Bavarian Nordic vereinbart, 109 090 Dosen seines Impfstoffs der dritten Generation anzukaufen. Angesichts weiter steigender Fallzahlen werden durch diese Vereinbarung den EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und Island die Impfstoffe rasch verfügbar gemacht.

Der für die Förderung unserer europäischen Lebensweise zuständige Vizepräsident Margaritis Schinas erklärte dazu: „Dafür zu sorgen, dass alle Mitgliedstaaten nach den Affenpocken-Ausbrüchen auf schnelle und effiziente Weise Impfstoffe erhalten, ist unsere moralische Pflicht und ein konkretes Ergebnis unserer offenkundigen Fähigkeit, die Menschen zu schützen. Wir werden beim Aufbau einer echten, wahrhaften und soliden Europäischen Gesundheitsunion im Dienste unserer Bürgerinnen und Bürger keine Mühe scheuen. Deshalb setzen wir auch erstmals europäische Haushaltsmittel ein, um über das EU4Health-Programm direkt Impfstoffe für die Mitgliedstaaten zu kaufen. Unser gemeinsames Ziel ist die effiziente Vorsorge und Reaktion in Bezug auf neu auftretende Gesundheitsgefahren.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides ergänzte: „Es ist das erste Mal, dass wir diese Impfstoffe durch das EU4Health-Programm kaufen und unseren Mitgliedstaaten spenden. Der Ausbruch der Affenpocken zeigt, wie wichtig ein gemeinsamer Ansatz für die Vorsorge und Reaktion bei neu auftretenden Gesundheitsgefahren ist. Mit der heute unterzeichneten Vereinbarung stellen wir sicher, dass die Mitgliedstaaten Zugang zu den dringend benötigten Impfstoffen haben, um Menschen zu schützen, die durch die Affenpocken gefährdet sind. Damit stellen wir anschaulich unsere verstärkte Fähigkeit unter Beweis, rasch auf Gesundheitskrisen reagieren zu können, aber auch die schnelle und kollektive Reaktion, zu der eine Europäische Gesundheitsunion in der Lage ist.“ 

Der Impfstoff der dritten Generation wurde von der Europäischen Exekutivagentur für Gesundheit und Digitales (HaDEA) für die HERA und in ihrem Namen gekauft. Die HERA wird sie in der Folge den EU-Mitgliedstaaten anteilig zur Verfügung stellen und den Anfang bei denen machen, die sie am dringendsten benötigen.

Es ist das erste Mal, dass europäische Haushaltsmittel eingesetzt werden, um über das EU4Health-Programm direkt Impfstoffe für die Mitgliedstaaten zu kaufen.

Die Impfstoffe der dritten Generation sind auf EU-Ebene derzeit nur zum Schutz von Erwachsenen vor Pocken zugelassen. Eine Pockenimpfung schützt aber auch vor Affenpocken, da deren Virus eng mit dem Pockenvirus verwandt ist. Einige Mitgliedstaaten haben bereits nationale Ausnahmeregelungen für den zeitlich begrenzten Einsatz des Impfstoffs gegen Affenpocken gewährt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur ist bereit, die Mitgliedstaaten bei der Ermöglichung solcher Ausnahmeregelungen zu unterstützen und hat sich proaktiv an das Unternehmen gewandt, um den zulassungsrechtlichen Ablauf zu beschleunigen.

Auf der Basis der höchsten Fallzahlen werden bereits Ende des Monats die ersten Impfstoffe an priorisierte Mitgliedstaaten, die nationale Ausnahmeregelungen gewährt haben, geliefert.

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