Jena: Heizpilze auf öffentlichen Flächen sollen verboten werden

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Jena arbeitet derzeit am einem Klimaaktionsplan um bis 2025 CO2-neutral zu werden. Dieser Plan sieht eine ganze Reihe von Sofortmaßnahmen vor, unter anderem sollen auch bereits ab dieser Saison Heizpilze im öffentlichen Raum verboten werden. Lokale, die als Sondernutzung diese Flächen nutzen, dürfen dann keine Heizpilze mehr aufstellen. Dabei sind sowohl „Terrassenheizstrahlern und vergleichbaren Geräte“ erfasst, es müssen also nicht unbedingt gasbetrieben Geräte sein, auch Elektro-Strahler werden von diesem Verbot erfasst.

Als Begründung für diese Maßnahme heißt es unter anderem:

Um den Eintritt einer Notfallsituation zu verhindern, beschloss die Bundesregierung, gestützt auf § 30 Absatz 1 Energiesicherungsgesetz, jüngst die Verordnungen zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig bzw. mittelfristig wirksame Effizienzund Energieeinsparmaßnahmen (EnSikuMaV und EnSimiMaV). Sie sollen in den kommenden zwei Jahren Energiekosteneinsparungen bei privaten Haushalten, Unternehmen und der öffentlichen Hand in Höhe von 10,8 Milliarden Euro bewirken.

Die EnSikuMaV trat zum 01.09.2022, die EnSimiMaV tritt zum 01.10.2022 in Kraft. Die Verordnungen verpflichten zu Energieeinsparmaßnahmen in allen Gebäudebereichen. Dies reicht von der Verpflichtung von Unternehmen,
Energiemanagementsysteme umzusetzen, um die Energieeffizienz ihres Unternehmens unverzüglich zu verbessern (§ 4 EnSimiMaV), bis hin zum Verbot, Gebäude oder Werbeanlagen zu beleuchten (§§ 8, 11 EnSikuMaV) oder zum Gebot, Ladentüren und Eingangssysteme im Einzelhandel geschlossen zu halten, damit Heizwärme nicht unkontrolliert entweicht (§ 10 EnSikuMaV).

Die Verordnungen haben darüber hinaus eine Signalwirkung und sollen in allen Lebensbereichen zu Energieeinsparungen motivieren.
Die Beheizung des Außenbereichs durch das Aufstellen von Heizstrahlern ist in diesem Zusammenhang nicht zu rechtfertigen. Sowohl mit Propangas betriebene als auch elektrische Terrassenheizstrahler haben einen hohen Energieverbrauch, verbunden mit einem hohen CO -Ausstoß. Das Beheizen von Außenflächen vergeudet Energie, „deren Wert uns gerade heute immer bewusster wird”

Dieses Verbot soll bereits am 14. September im Stadtrat Jena beschlossen werden. Auf Nachfrage gab es leider keine genauen Zahlen, welche CO2 Einspareffekte sich die Stadt davon verspricht und in welchem Umfang Gas oder auch andere Energieträger dadurch nicht beansprucht werden.

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