Erfurt: 37 große Bäume für den Petersberg

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Heute begann eine Pflanzaktion, die Erfurt in diesem Umfang zum ersten Mal erlebt: 37 Bäume werden auf dem Petersberg gepflanzt. An sich nicht ungewöhnlich, doch jeder einzelne von ihnen ist bereits 30 Jahre alt und fünf bis neun Meter hoch.

Die Bäume sollen einen großen Teil der Ausgleichspflanzungen abdecken, die noch ausstehen, nachdem der Petersberg im Vorfeld der Bundesgartenschau 2021 umgestaltet wurde. Als Standort hat das Garten- und Friedhofsamt die Spitze der Bastion Franz und den Bürgergarten gewählt. Gestalterisch werden die bereits vorhandenen linearen Strukturen der Zitadelle aufgegriffen. Mit Hilfe der neuen Bäume sollen Aufenthaltsbereiche gestaltet werden. „An uns wird immer wieder der Wunsch herangetragen, dass es mehr Schatten auf dem Petersberg braucht, damit die Menschen hier auch im Sommer verweilen können“, sagt Gartenamtsleiter Sascha Döll. „Der Bürgergarten ist ein repräsentativer Ort, den viele gerne intensiver nutzen würden, aber der Schatten fehlt.“ Das ist einer der Gründe, warum Großbäume ausgewählt wurden – sie sollen schnell ihre Funktion erfüllen, nicht nur ökologisch. Auch optisch soll ein stimmiges Bild erzielt werden, denn die vorhandenen Bestandsbäume sind bereits mehrere Jahrzehnte alt.

Ausgewählt wurden Japanische Zelkove, Zürgelbaum, Baumhasel, Gleditschie, Zerreiche und Hainbuche. Sie stammen aus einer Baumschule in Hamburg und sollen sich an dem anspruchsvollen Standort beweisen. „Die Stadt testet bereits seit vielen Jahren, welche Arten sich unter den sich ändernden Bedingungen gut entwickeln“, so Döll. „Klimawandel, eine höhere Strahlungsintensität, Niederschläge, die sich immer mehr in das Winterhalbjahr verschieben, und die zunehmende Trockenheit erhöhen den Stress für Stadtbäume.“ Die Großbaumpflanzung soll daher auch als Pilotprojekt dienen, um die Arten unter gestalterischen, ökologischen und funktionellen Gesichtspunkten auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen.

Die Kosten für die einzelnen Bäume belaufen sich auf jeweils 1.500 Euro, die Pflanzarbeiten werden vom Garten- und Friedhofsamt selbst ausgeführt. Gepflanzt wird in zwei Bauabschnitten, erst auf der Spitze der Bastion Franz, anschließend am Rondell im Bürgergarten. Insgesamt acht Wochen wird die Pflanzung dauern. Die Herausforderung: Bei ersten Grabungen wurden Altlasten der vorherigen Bebauung vorgefunden. Der Beton muss aufgestemmt werden, damit die Bäume ausreichend große Baumgruben erhalten. Diese werden 4 mal 4 Meter groß und 1,5 Meter tief sein. In ein spezielles Baumsubstrat wird ein Teil des vorhandenen Baugrundes eingemischt, sodass die Bäume sich allmählich an den Standort gewöhnen. Damit sie optimal mit Wasser versorgt sind und nicht händisch gegossen werden müssen, wird eine Bewässerungsanlage eingebaut. Auch der Aufenthaltsbereich selbst wird umgebaut: Die vorhandenen Bänke werden entfernt, anschließend werden Picknickbänke aufgestellt, die jeweils Platz für mehrere Personen bieten.

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