Die Oberbürgermeister von Jena, Erfurt, Gera und Weimar wehren sich in einem gemeinsamen offenen Brief gegen die Pläne der regierungstragenden Fraktionen im Thüringer Landtag zur künftigen Finanzierung von Hallenbädern. Stein des Anstoßes ist ein Änderungsantrag, der Fördergelder primär nach Einwohnerzahlen verteilen will und Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern gänzlich von der Unterstützung ausschließt.
Die Stadtoberhäupter kritisieren diese Systematik als massive Ungleichbehandlung. Dr. Thomas Nitzsche (Jena) verdeutlicht, dass das Schulschwimmen eine staatliche Pflichtaufgabe sei, deren Kosten alle Kommunen gleichermaßen belasten. Andreas Horn (Erfurt) warnt vor der Unterschätzung der finanziellen Lasten durch Energie- und Personalkosten in großen Städten, während Kurt Dannenberg (Gera) die überregionale Bedeutung der Bäder für das Umland hervorhebt. Peter Kleine (Weimar) ergänzt, dass der vorgeschlagene Schlüssel die Stabilität der Thüringer Bäderlandschaft gefährde.
Zusammenfassend fordern die vier Städte eine Korrektur des Antrags vor der Plenarsitzung. Die Förderung müsse sich an den realen Betriebskosten und der tatsächlichen Nutzung orientieren, statt größere Kommunen strukturell zu benachteiligen.


