Nach dem Dachstuhlbrand in einem Mehrfamilienhaus am Erfurter Domplatz in der Silvesternacht ist die kriminalpolizeiliche Untersuchung des Brandortes weiterhin nicht abgeschlossen. Die bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass das Feuer vermutlich durch pyrotechnische Gegenstände ausgelöst wurde, die in unmittelbarer Nähe des Gebäudes gezündet wurden. Dennoch sind weitere Ermittlungen am Brandort erforderlich. Über das eingerichtete Hinweisportal* der Landespolizei gingen zahlreiche Videoaufnahmen ein. Die Polizei spricht der Bevölkerung und den Medien ihren Dank für die Unterstützung bei den Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung aus.
Zum aktuellen Stand (5. Januar)
Nachdem die Feuerwehr am Samstag ihre Löscharbeiten am Domplatz beenden konnte, hat sie die Gebäude an die Polizei übergeben, die dann die Gebäude wieder in die Verantwortung der Eigentümer übergibt. Diese müssen dann ihrer Sicherungspflicht nachkommen. Statiker und Sachverständige sind beauftragt. Ihnen obliegen weitere Aussagen zum Zustand der Gebäude und den damit verbundenen Auswirkungen.
Die Auswertung bzw. Aufklärung des Brandes und seiner Folgen dauert derzeit noch an. Was aber bereits feststeht: Die Stadtverwaltung zieht Konsequenzen aus diesem tragischen Ereignis. „Unsere Aufgabe ist der Schutz der historischen Altstadt“, so Bürgermeisterin Heike Langguth.
Prüfung ordnungsrechtlicher Möglichkeiten
„Gemeinsam mit dem Land werden wir die bestehenden Feuerwerksverbotszonen prüfen und Gespräche über eine mögliche Erweiterung dieser Zonen suchen“, kündigt OB Horn an. Derzeit gilt: Nach § 23 (1) der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz (1. SprengV) ist das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen verboten. Das betrifft nahezu die komplette Altstadt.
Sollten sensible Bereiche nicht in diese Verordnung fallen, müssen in den nächsten Monaten Maßnahmen geprüft werden, um auch diese Bereiche auf Grundlage geltender Gesetze zu schützen. Hierzu wird die Stadt das Gespräch mit dem zuständigen Landesamt für Verbraucherschutz suchen.
Prüfung gemeinsamer Kontrollen des Stadtordnungsdienstes mit der Polizei
Zu dem Angebot von Thüringens Innenminister Georg Maier, polizeiliche Unterstützung beim Durchsetzen von Böllerverbotszonen zu erhalten, erklärt Oberbürgermeister Horn: „Wir werden den Einsatz von gemeinsamen Kontrollen zwischen Polizei und Stadtordnungsdienst in Absprache mit der örtlichen Polizei prüfen.“ Bürgermeisterin Heike Langguth ergänzt: „Nur gemeinsame Kontrollen zwischen Polizei und Stadtordnungsdienst sind zielführend.“
Aufklärungs- und Informationskampagne
Nicht zuletzt wird die ohnehin schon bestehende Kampagne „Erfurt leuchtet auch ohne Feuerwerk“ ausgeweitet. Horn: „Ich schlage vor, dass wir diese Kampagne gemeinsam mit der Polizei weiterentwickeln. Wir möchten weiterhin ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es an uns allen liegt, gemeinsam unsere wertvolle Altstadt zu schützen.“
Nachholbedarf sieht Horn auch bei der Kenntlichmachung feuerwerksfreier Gebiete.
Eins versichern sowohl Horn als auch Langguth: „Wir führen derzeit intensive Diskussionen und sind für alle Anregungen offen, um solche Brände in Zukunft zu verhindern.“
Die vergangenen Tage haben auch die große Hilfsbereitschaft der Erfurterinnen und Erfurter gezeigt. OB Horn begrüßt das große stadtgesellschaftliche Engagement ausdrücklich: „Wir sehen den enormen Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft unserer Erfurterinnen und Erfurter. Das ist eben auch das, was unsere Stadt ausmacht und dafür bin ich sehr dankbar.“
verwendete Quelle: https://www.erfurt.de/ef/de/service/aktuelles/pm/2026/153117.html*
Hinweise können hier eingereicht werden* oder telefonisch an den Inspektionsdienst Nord der Erfurter Polizei unter 0361/7840-0.
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