Zukunft des Bauens: Weimar wird zum Innovationszentrum für Nachhaltigkeit

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Thüringen festigt seine Position als Vorreiter in der modernen Bautechnologie. Mit der Gründung des „Thüringer Innovationszentrums für die Zukunft des Bauens“ (ThIZ-BAU) entsteht in Weimar eine zentrale Schnittstelle zwischen Forschung und industrieller Anwendung. Ziel ist es, den Bausektor – einen der größten CO2-Emittenten Deutschlands – grundlegend zu transformieren.

Millionenförderung für die Forschungsinfrastruktur

Den offiziellen Startschuss gab Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John mit der Übergabe von drei Förderbescheiden. Insgesamt fließen rund 5,5 Millionen Euro (aus Landesmitteln und dem EFRE-Fonds) in den Standort Weimar. Die Mittel verteilen sich auf die drei tragenden Säulen des neuen Zentrums:

  • Institut für Angewandte Bauforschung Weimar (IAB): 2,5 Millionen Euro
  • Materialforschungs- und -prüfanstalt (MFPA): 2,1 Millionen Euro
  • F.-A.-Finger-Institut für Baustoffkunde (Bauhaus-Universität Weimar): 0,9 Millionen Euro

Die Investitionen dienen primär der Anschaffung hochmoderner Forschungsgeräte, um bestehende Lücken in der Infrastruktur zu schließen und Innovationen marktreif zu machen.

Von der Laborbank in die Industrie

Ministerin Boos-John betonte bei der Übergabe, dass Weimar bereits heute ein „Schwergewicht der Bauforschung“ sei. Mit dem ThIZ-BAU soll nun der entscheidende Schritt folgen: Der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in den industriellen Maßstab. „Ziel muss es sein, neue Lösungen gemeinsam mit der Wirtschaft zu marktfähigen Produkten zu entwickeln“, so Boos-John.

Das neue Zentrum fokussiert sich dabei auf kritische Zukunftsfelder:

  • Alternative Rohstoffe und Bindemittel: Verringerung der Abhängigkeit von herkömmlichem Zement.
  • Kreislaufwirtschaft: Intensivierung des Recyclings von Baumaterialien.
  • Digitalisierung & Energieeffizienz: Elektrifizierte Prozesse auf der Baustelle und in der Fertigung.

Ein Meilenstein für die Klimaneutralität

Angesichts der Tatsache, dass der Bau- und Gebäudesektor für etwa 40 Prozent des deutschen CO2-Fußabdrucks verantwortlich ist, ist der Handlungsdruck enorm. Bis 2045 soll die deutsche Bauwirtschaft klimaneutral sein. Das ThIZ-BAU fungiert hierbei auch als wichtiger Vorbaustein für das geplante „Bundesforschungszentrum für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen“ (BFZ), das der Freistaat am Standort Weimar etablieren möchte.

Mit rund 500 hochqualifizierten Mitarbeitern in der Baustoff- und Bauteilforschung verfügt Weimar über eine deutschlandweit einzigartige Expertise. Aktuell werden im Verbund bereits über 40 Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit einem Volumen von 40 Millionen Euro bearbeitet. Das neue Innovationszentrum bündelt diese Kräfte nun unter einem Dach, um den steigenden Rohstoffpreisen und ökologischen Herausforderungen mit technologischem Fortschritt zu begegnen.

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