Liebesgrüße aus dem Thüringer Wald: Luchse auf Brautschau sorgen für Fotofallen-Rekorde

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Pünktlich zum internationalen Tag des Artenschutzes am 3. März gibt es erfreuliche Nachrichten aus den heimischen Wäldern: Die Bemühungen des Projekts „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ tragen Früchte. Wie die Projektpartner BUND und WWF mitteilen, ist im Thüringer Wald derzeit so viel „Luchs-Betrieb“ wie lange nicht mehr.Der Grund für die aktuelle Sichtungswelle ist so natürlich wie erfreulich: Die Paarungszeit der scheuen Pinselohren hat im Februar ihren Höhepunkt erreicht. Besonders die männlichen Luchse (Kuder) legen nun weite Strecken zurück, um ihre Reviere zu markieren und Partnerinnen zu finden.

Die Experten konnten dabei prominente Rückkehrer und Neuzugänge dokumentieren:

  • Ionel & Viorel: Die beiden aus den rumänischen Karpaten stammenden Wildfänge wurden im südlichen Thüringer Wald mehrfach sicher nachgewiesen.
  • Frieda & Kilian: Die beiden Gehege-Nachzuchten, die Ende letzten Jahres ausgewildert wurden, tappten westlich von Oberhof im mittleren Thüringer Wald in die Fotofallen.
  • Zuwanderung aus dem Süden: Besonders spannend ist der Nachweis von drei Kudern und einer Luchsin, die eigenständig aus Nordbayern nach Thüringen eingewandert sind.

Fotofallen als wichtigstes Monitoring-Werkzeug

Da die Sendehalsbänder einiger Tiere planmäßig ausfallen, sind Fotofallen derzeit die wichtigste Informationsquelle. Markus Port, Luchsexperte des BUND Thüringen, blickt optimistisch in die Zukunft: „Auf den Ausgang der Paarungszeit sind wir sehr gespannt! Wenn es im Frühjahr Nachwuchs gibt, werden wir diesen mit etwas Glück ab dem Spätsommer ebenfalls dokumentieren können.“

Thüringen als „Trittstein“ für Europa

Der Eurasische Luchs gilt in Deutschland weiterhin als vom Aussterben bedroht. Bundesweit leben weniger als 200 erwachsene Tiere in isolierten Gebieten. Dem Thüringer Wald kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu: Er fungiert als entscheidender „Trittstein“, um die Populationen in Deutschland und Europa wieder miteinander zu vernetzen.

„Wo Luchse sind, siedeln sich auch zukünftig Luchse an“, erklärt Max Boxleitner vom WWF. Die bereits stattfindende Zuwanderung zeige, dass Thüringen auf dem besten Weg sei, eine stabile und vernetzende Population aufzubauen.

Um den Bestand im Freistaat dauerhaft zu sichern, sind auch für das laufende Jahr 2026 weitere Auswilderungen geplant. Ziel ist es, die Zerschneidung der Lebensräume durch Straßen und Siedlungen zu überwinden und dem Luchs eine dauerhafte Rückkehr in seine alte Heimat zu ermöglichen.

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