Analyse der Verbraucherzentrale: Entlastung beim Strompreis bleibt für viele Haushalte ein leeres Versprechen

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Ein aktueller Marktcheck des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zeichnet ein ernüchterndes Bild: Die von der Bundesregierung in Aussicht gestellte jährliche Ersparnis bei den Stromkosten von 100 Euro wird in der Praxis kaum erreicht. Angesichts neuer Preisrisiken durch den Konflikt im Iran fordert die Verbraucherzentrale nun drastischere Maßnahmen, allen voran eine Senkung der Stromsteuer.

Die Zahlen der Verbraucherschützer sind eindeutig: Statt der versprochenen dreistelligen Entlastung sparen Haushalte im Durchschnitt lediglich 56 Euro pro Jahr. In einigen Regionen, wie etwa in Rostock, liegt der finanzielle Vorteil sogar bei weniger als 20 Euro. Nur in einem von 25 untersuchten Netzgebieten wurde die 100-Euro-Marke tatsächlich überschritten.

Ungleichheit bei der Netzentgelt-Senkung

Die bisherige Strategie der Regierung basierte maßgeblich auf einem Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten. Dieser Mechanismus erweist sich laut vzbv jedoch als unzureichend und ungerecht verteilt:

  • Regionale Disparitäten: Während Haushalte in Mainz mit einer Ersparnis von rund 109 Euro rechnen können, bleibt für Kunden in Rostock mit etwa 18 Euro kaum eine spürbare Differenz auf der Rechnung.
  • Benachteiligung gegenüber der Industrie: Industriekunden profitieren laut Analyse deutlich stärker. Ihr relativer finanzieller Vorteil durch die gesenkten Netzentgelte liegt im Schnitt um 59 Prozent höher als der für private Verbraucher.

Forderung: Stromsteuer auf europäisches Mindestmaß senken

Ramona Pop, Vorständin des vzbv, findet deutliche Worte für die aktuelle Situation:

„Die Bundesregierung kommt ihren eigenen Zusagen nicht nach. Für die meisten Haushalte bleibt die versprochene Entlastung beim Strom ein leeres Versprechen – und in Folge des Iran-Krieges drohen die Strompreise erneut zu steigen.“

Die Verbraucherzentrale plädiert daher für einen Kurswechsel. Eine Senkung der Stromsteuer auf das europäisch zulässige Mindestmaß von 0,1 Cent pro kWh würde eine sofortige und vor allem einheitliche Entlastung von rund 68 Euro pro Jahr für einen Durchschnittshaushalt (3.500 kWh Verbrauch) bedeuten.

Kombi-Lösung gegen die Energiekrise

Um die durch geopolitische Spannungen drohenden Preissteigerungen abzufedern, schlägt der Verband ein umfassendes Entlastungspaket vor. Die Kombination aus einer Stromsteuersenkung und dem Wegfall verschiedener Strompreisumlagen könnte die Kosten um rund fünf Cent pro Kilowattstunde drücken.

Für einen typischen Haushalt würde dies eine Gesamtersparnis von etwa 171 Euro pro Jahr bedeuten. „Die Bundesregierung muss ihr Wort halten. Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen diese Entlastung mehr denn je“, betont Pop mit Blick auf den Koalitionsvertrag.

Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung greifen zu kurz und wirken regional zu unterschiedlich. Damit die Stromwende und die Akzeptanz für die Energiepolitik nicht gefährdet werden, fordern Experten nun eine transparente und verlässliche Entlastung, die direkt bei den Privathaushalten ankommt.

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