Ungewöhnlicher Drohnen-Fund in der Leineaue: Kitz-Retter stöbern „flüchtenden“ Wildpinkler auf

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Heilbad Heiligenstadt (ots) – Ein Drohneneinsatz, der eigentlich dem Schutz von Wildtieren dienen sollte, hat in Heilbad Heiligenstadt zu einem skurrilen Polizeieinsatz geführt. Statt eines Rehkitzes spürten die Helfer in einer Wiese einen Mann auf, der beim Erblicken der Drohne sofort die Flucht ergriff. Am Ende klickten zwar keine Handschellen, ein Bußgeldverfahren gab es aber trotzdem. Es ist Mai, die Zeit der Wiesenmahd. Um sicherzustellen, dass keine Rehkitze oder andere Wildtiere den rotierenden Messern der landwirtschaftlichen Maschinen zum Opfer fallen, flogen Berechtigte im Vorfeld eine Wiese in der Leineaue systematisch mit einer Drohne ab.

Verdächtiges Verhalten im hohen Gras

Während des Kontrollfluges aus der Luft machten die Helfer jedoch eine ganz andere Entdeckung: Auf dem Bildschirm der Drohnen-Steuerung tauchte plötzlich eine männliche Person auf, die sich im hohen Gras auffällig bewegte. Als der Mann die Drohne bemerkte, schien er umgehend die Flucht zu ergreifen.

Da das Verhalten des Unbekannten den Zeugen verdächtig vorkam, informierten sie umgehend die örtliche Polizeidienststelle. Eine Streifenwagenbesatzung rückte aus und konnte den flüchtenden Verdächtigen kurz darauf in der Nähe stellen und kontrollieren.

Illegales Messer sorgt für Anzeige

Bei der Durchsuchung des 40-Jährigen machten die Beamten tatsächlich Funde, allerdings anderer Natur als zunächst vermutet:

  • Der Waffenfund: Der Mann führte ein sogenanntes Einhandmesser mit sich. Da das zugriffsbereite Tragen solcher Messer in der Öffentlichkeit ohne berechtigtes Interesse verboten ist, stellte dies eine Ordnungswidrigkeit nach dem Waffengesetz dar. Das Messer wurde von den Beamten einbehalten.

Die Erklärung: Von der Drohne beim „Geschäft“ gestört

Auf die Nachfrage der Polizisten, warum er sich denn so auffällig verhalten habe und vor der Drohne geflüchtet sei, hatte der 40-Jährige eine ebenso einfache wie peinliche Erklärung parat: Er hatte die Wiese am Rande der Leineaue schlichtweg aufgesucht, um seine Notdurft zu verrichten.

Als plötzlich die Drohne über ihm auftauchte, fühlte er sich in seiner Intimsphäre empfindlich gestört. Um der fliegenden Kamera zu entkommen, packte er eilig seine Sachen und entfernte sich so schnell wie möglich vom Ort des Geschehens.

Das Fazit der Polizei: Während die Sache mit der Notdurft für den Mann wohl folgenlos bleibt, erwartet ihn wegen des mitgeführten Einhandmessers nun ein entsprechendes Bußgeldverfahren. Drohnen zur Kitzrettung sind in diesen Wochen häufig im Einsatz – wer sich im Gebüsch versteckt, muss also damit rechnen, unfreiwillig im Scheinwerferlicht der Tierschützer zu landen.

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