Hochbehälter Großlöbichau eingeweiht: Neubau unter erschwerten Bedingungen wird pünktlich fertig

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Ein bedeutender Meilenstein für die zukunftssichere Trinkwasserversorgung der Region ist geschafft: Der Zweckverband JenaWasser hat heute den neuen Hochbehälter Großlöbichau feierlich eingeweiht. Der Verbandsvorsitzende Jürgen Hofmann, Werkleiter André Sack und die stellvertretende Werkleiterin Kristin Weiß enthüllten gemeinsam den markanten, acht Meter langen Namenszug an dem neu errichteten Trinkwasserspeicher.

Moderne Kapazitäten für rund 900 Einwohner

Der neu errichtete Hochbehälter verfügt über ein Gesamtfassungsvermögen von 300 Kubikmetern, aufgeteilt auf zwei separate Speicherkammern. Er übernimmt ab sofort eine zentrale Versorgungsfunktion: Rund 900 Einwohner in der Gemeinde Großlöbichau, dem Gewerbegebiet Großlöbichau und dem Ortsteil Kleinlöbichau sowie in höher gelegenen Gebieten der Jenaer Ortsteile Jenaprießnitz und Wogau werden durch die Anlage zuverlässig versorgt. In dem modernen Speicher wird das Trinkwasser aus dem Wasserwerk Burgau zwischengespeichert und bedarfsabhängig weiterverteilt.

Qualitätsgewinn und nachhaltige Weiternutzung des Altbestands

Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme konnte der bisherige Hochbehälter außer Betrieb genommen werden. Dieser wies erhebliche bauliche Verschleißerscheinungen auf und war mit einem Fassungsvermögen von nur 70 Kubikmetern in nur einer einzelnen Wasserkammer deutlich zu klein geworden. Ein entscheidender Vorteil des Neubaus betrifft die Wasserqualität: Die zwischenzeitlich sogar nötige Chlorung des Trinkwassers gehört ab sofort der Vergangenheit an.

Der ausgediente Behälter wird indessen einer nachhaltigen Nutzung zugeführt. Die Gemeinde Großlöbichau übernimmt das Bauwerk, um darin künftig Quellwasser zu sammeln. Dieses wird dem lokalen Feuerwehrteich als wichtige Löschwasserreserve zugeführt.

Ausblick: Netzerweiterung nach Jenalöbnitz im Herbst

Die Ausbaustufe ist mit der heutigen Einweihung noch nicht vollständig abgeschlossen. Derzeit errichtet JenaWasser eine strategische Verbindungsleitung vom Hochbehälterstandort nach Jenalöbnitz. Sobald diese im Herbst fertiggestellt ist, können weitere 150 Einwohner über den neuen Hochbehälter versorgt werden.

Auch in Jenalöbnitz soll im Zuge dessen ein veralteter Hochbehälter außer Betrieb genommen werden. Mit einem Fassungsvermögen von nur 50 Kubikmetern war auch dieser Speicher inzwischen viel zu klein dimensioniert. Zudem entsprechen Altanlagen mit nur einer Wasserkammer nicht mehr den modernen Anforderungen an eine lückenlose Versorgungssicherheit.

Erfolgreiches Projekt trotz anspruchsvoller Geologie

Nach einer reinen Bauzeit von nur 18 Monaten ist der Hochbehälter Großlöbichau planmäßig und termingerecht fertig geworden – obwohl unter stark erschwerten Bedingungen gebaut werden musste. Das vor Ort vorhandene Gipsgestein zeichnet sich durch einen besonders hohen Sulfatgehalt aus und hat die Eigenschaft, herkömmlichen Beton chemisch anzugreifen.

Als technologische Schutzmaßnahme für den sensiblen Trinkwasserspeicher wurde deshalb ein sogenanntes Frischbetonverbundsystem verbaut. Das Besondere: Zu diesem System gehört eine 1,7 Millimeter dicke Kunststoffschicht, mit der der gesamte Hochbehälter inklusive der Fundamente vollständig umhüllt wurde, damit der Beton zu keinem Zeitpunkt mit dem sulfathaltigen Boden in Berührung kommt.

Die baulichen Dimensionen des Projekts sind beachtlich: Um die beiden Speicherkammern im Erdreich zu versenken, wurden allein am Standort ca. 2.000 Kubikmeter Erde bewegt. Für die Fundamente, die Speicherkammern und das zugehörige Steuerhäuschen wurden circa 250 Kubikmeter Stahlbeton mit 60 Tonnen Stahl verbaut.

Langfristige Strategie: Wasserversorgungskonzept 2040

JenaWasser hatte lange und präzise auf die heutige Eröffnung hingearbeitet. Zunächst war in den Jahren 2022 und 2023 eine Verbindungsleitung vom Sportplatz Großlöbichau zum künftigen Standort sowie eine Entleerungsleitung zum Gembdenbach errichtet worden, um das Ortsnetz optimal mit dem neuen Wasserspeicher zu verknüpfen. Im November 2024 wurde schließlich mit dem eigentlichen Behälterbau begonnen. Ende April ging die Anlage in den technischen Betrieb, während parallel Anfang April bereits der Bau der Verbindungsleitung nach Jenalöbnitz startete.

Der Neubau des Hochbehälters Großlöbichau ist eine Schlüsselmaßnahme aus dem übergeordneten „Wasserversorgungskonzept 2040“ zur systematischen Modernisierung des historisch gewachsenen Versorgungsnetzes. Der Zweckverband JenaWasser investiert rund 1,8 Millionen Euro in dieses zukunftsweisende Vorhaben.

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