Demografischer Wandel: Thüringen verzeichnet stärksten Bevölkerungsrückgang in Deutschland

0
1

Die Bevölkerungszahl in Deutschland ist im Jahr 2025 erstmals seit der Pandemie wieder gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet, lebten zum Jahresende 2025 insgesamt 83,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik – ein Rückgang um 110.000 Personen bzw. 0,1 %. Während dieser Trend das gesamte Land betrifft, ist die Entwicklung in den ostdeutschen Flächenländern besonders deutlich spürbar.

Thüringen am stärksten vom Bevölkerungsrückgang betroffen

Der demografische Abwärtstrend zeigt sich in den östlichen Bundesländern mit einem Minus von 0,5 % prozentual stärker als im Westen (-0,1 %). Deutschlandweit bilden die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen eine Ausnahme, da sie als einzige Zuwächse verzeichneten.

Besonders alarmierend ist die Situation in den Flächenländern: Hier führt Thüringen mit einem Bevölkerungsrückgang von 1,0 % die Liste der am stärksten betroffenen Regionen an, gefolgt von Sachsen-Anhalt (-0,7 %) und dem Saarland (-0,5 %). Damit steht der Freistaat symptomatisch für die demografischen Herausforderungen, vor denen ländlich geprägte Bundesländer zunehmend stehen.

Ursachen: Geburtenbilanz und Zuwanderung im Ungleichgewicht

Der bundesweite Rückgang ist das Ergebnis einer negativen natürlichen Bevölkerungsentwicklung: Das Defizit durch Sterbefälle überstieg die Zahl der Geburten um 352.000. Gleichzeitig schwächte sich die Nettozuwanderung signifikant ab: Mit einem Wanderungssaldo von +235.000 Personen konnte der Zuzug das Geburtendefizit nicht mehr wie in den Vorjahren ausgleichen.

„Babyboomer“ altern weiter

Ein weiterer Treiber der demografischen Verschiebung ist die Altersstruktur. Die Gruppe der 60- bis 79-Jährigen wuchs bundesweit um 2,8 %, da die sogenannten „Babyboomer-Jahrgänge“ sukzessive in dieses Alter nachrücken. Im Gegenzug sank die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahren sowie der Erwachsenen im Erwerbsalter zwischen 20 und 59 Jahren.

Dass die Gesellschaft altert, verdeutlicht der Anteil der Menschen ab 60 Jahren, der auf nunmehr 31 % der Gesamtbevölkerung gestiegen ist.

Wachstum der ausländischen Bevölkerung flacht ab

Die ausländische Bevölkerung wuchs im Jahr 2025 bundesweit nur noch geringfügig um 39.000 Personen (+0,3 %). Damit liegt der Zuwachs weit unter den Werten der Vorjahre (2024: +283.000 Personen). Deutschlandweit bilden türkische Staatsangehörige die größte Gruppe, gefolgt von Menschen aus der Ukraine, Syrien, Rumänien und Polen.

Für Thüringen, das im Vergleich zum Bundesschnitt einen überdurchschnittlichen Bevölkerungsrückgang verzeichnet, unterstreichen diese Zahlen die Dringlichkeit, Strategien zur Fachkräftesicherung und zur Stabilisierung der ländlichen Infrastruktur weiter in den Fokus der politischen Arbeit zu rücken.

Alle News direkt & kostenlos bekommen

Immer auf dem Laufenden bleiben mit unsere kostenlosen News-Channeln auf allen Plattformen: Die Nachrichten-Kanäle sind komplett kostenfrei und können jederzeit auch wieder verlassen werden.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein