Zum bundesweiten Warntag wird das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) um 11:00 Uhr über das Modulare Warnsystem (MoWaS) eine Testwarnung versenden. Diese wird an alle verbundenen Warnmultiplikatoren wie Radio- und TV-Sender, digitale Anzeigetafeln, Warn-Apps sowie über Cell Broadcast weitergeleitet und erreicht dadurch Millionen Menschen in Deutschland. Die Entwarnung erfolgt um 11:45 Uhr.
Innenminister Georg Maier betont die Bedeutung der Übung: „Beim Warntag geht es vor allem um den Test der Alarmierungssysteme. Funktionieren die Warn-Apps? Funktionieren die Sirenen? Nur so können wir Fehlerquellen ausmerzen.“
Thüringen setzt auf breiten Warnmittelmix
Alle Landkreise und kreisfreien Städte in Thüringen haben ihre Teilnahme zugesagt. Aus Sicht des Innenministeriums sollen möglichst viele der knapp 2.300 Sirenen im Land, die von den Unteren Katastrophenschutzbehörden betrieben werden, ein Alarmsignal abgeben.
Neben den klassischen Sirenen setzt Thüringen auf einen vielfältigen Warnmittelmix:
- Cell Broadcast: Der Mobilfunk-Warnservice erreicht alle modernen, eingeschalteten Smartphones in einer Funkzelle ohne vorherige App-Installation. Das BBK strebt für dieses Jahr eine weitere Steigerung der Empfangsquote an. Erstmals soll über diesen Dienst auch entwarnt werden.
- Warn-Apps: Vor allem die Bundes-App NINA sowie KATWARN stehen im Fokus. „NINA sollte inzwischen jeder auf seinem Smartphone haben. Warnhinweise können regionalisiert werden, sodass Nutzer immer informiert sind – egal, wo sich Angehörige aufhalten“, so Innenminister Maier.
- Weitere Kanäle: Lautsprecherfahrzeuge, Stadtinformationstafeln sowie Rundfunk und Fernsehen ergänzen das System.
Dass der Mix funktioniert, belegen die Zahlen: Laut einer BBK-Befragung wurden zum Warntag 2025 in Thüringen 95 Prozent der Menschen erreicht (bundesweit 97 Prozent). Wichtigste Quelle war Cell Broadcast mit 72 Prozent, gefolgt von NINA (59 %), Sirenen (46 %), KATWARN (10 %), Radio (7 %) und Fernsehen (4 %).
Digitales Radiowarnsystem ASA im Test
Ein neuerer Baustein ist der Automatic Safety Alert (ASA). Das System aktiviert geeignete DAB+-Radios selbst im Standby-Modus und spielt Warnmeldungen ab. ASA arbeitet unabhängig von Mobilfunk und Internet, weshalb es bei Netzausfällen besonders robust ist und eine präzise regionale Aussteuerung erlaubt. Da ASA-kompatible Geräte erst seit Mitte des vergangenen Jahres verkauft werden und regional auf einen Standortcode eingestellt sein müssen, ist die Verbreitung derzeit noch begrenzt.
Sensibilisierung und Selbstschutz im Fokus
Der seit 2020 regelmäßig am zweiten Donnerstag im September stattfindende Warntag soll nicht nur Schwachstellen aufdecken, sondern auch das Bewusstsein in der Bevölkerung schärfen.
„Früher konnte jeder die Sirenentöne unterscheiden. Heute müssen wir wieder dahin kommen, dass ein Feueralarm nicht mit einer allgemeinen Gefahrenwarnung verwechselt wird. Und wir müssen das Bewusstsein schärfen, dass jeder auch selbst für seinen Eigenschutz verantwortlich ist“, erklärt Maier.
Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind nach dem Probelauf ausdrücklich erwünscht; sie fließen direkt in die Weiterentwicklung der Warnsysteme ein.


