Wohnungs- und Immobilienwirtschaft: Mieten in ganz Thüringen bezahlbar

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Der aktuelle Wohnungsmarktbericht des Freistaates Thüringen bestätigt zwei grundlegende Analysen des vtw für den Thüringer Wohnungsmarkt. Zum einen der ungebremste Trend des Bevölkerungsrückgangs auf dem Land begleitet von Bevölkerungszuwachs in Erfurt, Jena und Weimar. Zum anderen die flächendeckende Bezahlbarkeit von Wohnraum in ganz Thüringen inklusive seiner Großstädte.

Der Bericht verweist auf die wirklichen Aufgaben, vor denen Politik und Wohnungswirtschaft stehen. Frank Emrich betont: „Der Wohnungsmarktbericht zeigt, dass es überall in Thüringen bezahlbaren Wohnraum gibt, das gilt auch und gerade für Erfurt, Jena und Weimar. Deshalb muss unser Hauptaugenmerk auf die Stärkung des ländlichen Raumes gerichtet sein. Hier liegt der Schlüssel für die regionale und politische Stabilität im Land – und dem Schutz der Städte vor Überlastung.“

So übersteigt laut Wohnungsmarktbericht selbst in Jena die Mietbelastungsquote der Bevölkerung nicht die kritische 30%-Marke. Der vtw unterstützt deshalb auch die Berichtsempfehlung nach genauer Datenerhebung in den Kommunen. So würde verständlich werden, dass auch Märkte bei 2-3% Leerstand völlig funktionsfähig sind, wenn bei einer Fluktuationsrate von 10% jede zehnte Wohnung einer Stadt jährlich auf den Mietmarkt angeboten wird.

Der Wohnungsmarktbericht zeigt in seiner Datenerhebung sowie in der verbalen Einschätzung, dass wegen der vorhandenen niedrigen bzw. bezahlbaren Mieten auch in den Städten Mietpreisbremsen oder Kappungsgrenzen keine Wirkung entfalten können, da sie schlicht nicht notwendig sind.

Die Höhe von Mietpreisen spiegelt ausnahmslos eine bestehende Nachfragesituation. Sie kann nur über zusätzliches Wohnungsangebot oder Nachfragesteuerung – z.B. stärkere Attraktivität des ländlichen Raumes – gesteuert werden. Mietpreisbremsen oder Kappungsgrenzen scheitern, weil Sie die Nachfrage eher verstärken und keine einzige Wohnung neu entstehen lassen. Positiv wertet der Wohnungsverband deshalb den Hinweis auf die kommunalen Stellschrauben zu Eindämmung von Wohnungsbaukosten, die die Mieten verteuern.

Frank Emrich unterstreicht: „Der Marktbericht dokumentiert vor allem die anhaltende Abwanderung aus dem ländlichen Raum und macht deutlich, dass die bisherigen Strategien für die Stärkung des Thüringer Landes nicht greifen. Wir halten die empfohlenen Maßnahmen deshalb nicht für ausreichend. Eine Gesamtstrategie für die Stärkung des ländlichen Raumes ist erforderlicher denn je.“ Natürlich bedarf es dabei einer Heterogenität der Strategien. So benötigen Jena und Umland einen anderen Zugang als Suhl oder kleinere Gemeinden.

„Vor allem in Jena, Weimar und Erfurt sollte deshalb auch Neubau nur mit Augenmaß geschehen, um den Sog in die Städte nicht weiter zu erhöhen“ unterstreicht Frank Emrich.

Der vtw begrüßt die Empfehlung für verstärkten Dialog. Die intensive Abstimmung zwischen Wohnungswirtschaft und Landesregierung hat bereits jetzt zu guten Ergebnissen bei Förderung von barrierereduziertem Wohnraum oder sozialem Wohnungsbau geführt.  Die Komplexität der anstehenden Aufgaben kann nur durch Zusammenwirken aller Akteure gelöst werden. Frank Emrich fasst zusammen: „Wir erhoffen uns von den klaren Daten ein Ende von Regulierungsdiskussionen, die vielleicht nach Berlin und München gehören. Wir bauen auf eine gemeinsame Anstrengung zur Stärkung des Thüringer Wohnungsmarktes.“

Quelle: Pressemitteilung des Verbandes Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. (vtw)

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