Erster länderübergreifender Tag der Franken 2019 in Sonneberg und Neustadt bei Coburg

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Bereits seit einigen Wochen finden erste Veranstaltungen zum diesjährigen Tag der Franken statt. Am ersten Juliwochende bildet ein Festwochenende den Höhepunkt und Abschluss. Die Städte Sonneberg und Neustadt bei Coburg und der Bezirk Oberfranken erweisen sich als sehr engagierte Veranstalter, wofür diesen unser ausdrücklicher Dank gilt. Unser ganz besonderer Dank gilt Wolfgang Hoderlein, bayerisch-fränkischer SPD-Politiker und ehemaliger Vorsitzender des Fränkischen Bundes, der wenige Monate nach Gründung unseres Vereins dem Neustadter Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD), dem ebenfalls unser besonderer Dank gilt, seine Idee mitteilte, man könne doch den Tag Franken auch mal gemeinsam in Sonneberg und Neustadt bei Coburg feiern. 2017 traf dann der Bezirkstag Oberfranken die entsprechende Entscheidung.

Seit Ende 2012 die Diskussion um die geplante Kreisgebietsreform in Thüringen entbrannte, gab und gibt es immer wieder einzelne Politiker, die sich als bekennende Franken an der Diskussion beteiligten. Waren es zu Beginn die damalige Sonneberger Landrätin Christine Zitzmann (pl.) und der damalige Suhler Oberbürgermeister Dr. Jens Triebel (FW) gewesen, so ist seit wenigen Jahr hier der Sonneberger Bürgermeister Dr. Heiko Vogt (pl.) zu nennen. Noch etwas verhaltener aber schon weiderholt äußern sich seit etwa zwei Jahren der Suhler Bundesabgeordnete Mark Hauptmann (CDU) und der Landtagsabgeordnete Michael Heym (CDU) aus Rohr bei Meiningen entsprechend zu Wort.

Der Verdienst unseres Vereins war es die letzten Jahre gewesen, die Diskussion um die fränkische kulturelle Identität des heutigen Südthüringen etwas aus der Diskussion um die Kreisgebietsreform herauszulösen. Hierbei machten wir sachlich argumentierend immer wieder sehr deutlich, dass es bezüglich der fränkischen Prägung absolut keinen Unterschied zwischen dem heutigen Südthüringen und dem heutigen Nordbayern gibt. Unter Anwendung eines öffentlichkeitswirksamen Druckmittels ist es uns dann auch gelungen, diese Thematik bis nach Erfurt und in die öffentliche Diskussion zu tragen. Nachdem wir die entsprechenden Aktivitäten bzgl. des Druckmittels im Januar 2018 offiziell beendet haben, zeigen nun unsere Tageszeitungen auch außerhalb der Sonneberger Lokalausgabe eine leichte erfreuliche Veränderung in ihrer Berichterstattung, nachdem z.B. der MDR schon länger entsprechend berichtete. Wir stellen auch immer mehr Sympathien seitens Geschichtsvereine, anderer Organisationen und der Bevölkerung fest. Viele Menschen zwischen Rennsteig und der Landesgrenze zu Bayern und Hessen haben sich die letzten Jahre Gedanken dazu gemacht, ob sie nun Franken oder Thüringer sind. In der Regel kamen sie zu dem Ergebnis, dass sie beides sind. Damit sind wir absolut einverstanden und zufrieden. Wir vertreten schon die Auffassung, dass unser Engagement eine wesentliche Grundlage für das Zustandekommen des ersten länderübergreifenden Tags der Franken beigetragen hat.

Wir beteiligen uns nun auch mit Vorträgen, einer Veranstaltung zum Thema Kulturregion Franken, einer Fahnenhissung am eigentlichen Tag der Franken, Infoständen und einem gesamtfränkischen Kirchweihtreffen am Tag der Franken 2019. Diese Termine finden sich auf unserer Webseite unter https://www.henneberg-itzgrund-franken.eu/termine/

Das gesamte Programm und weitere Informationen zum Tag der Franken finden sich unter https://www.tagderfranken2019.de/

Kürzlich hat der Fränkische Bund eine kleine Webseite zur Geschichte und insbesondere auch zur Entstehungsgeschichte des Tags des Franken erstellt: https://tag-der-franken.de/

Etwas Besonderes am diesjährigen Tag der Franken ist es auch, dass sich mit der Kreisheimatpflege Sonneberg, der Stadtheimatpflege Neustadt bei Coburg, der Bezirksheimatpflege Oberfranken, dem Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW), dem größten Gesichtsverein Frankens, und dem Heimatbind Thüringen e.V. auch die Heimatpflege auffällig stark mit einbringt.

So fand am letzten Märzwochenende als Auftaktveranstaltung zum Tag der Franken in Sonneberg und Neustadt bei Coburg ein wissenschaftliches Symposium statt. Die Inhalte der Vorträge bestätigten abermals, dass das historische Coburger Land (Pflege Coburg, würzburgisches Landkapitel Coburg) vorrangig dem Bistum Würzburg und damit eigentlich eher dem heutigen Unterfranken zuzuordnen ist. Ebenfalls wurde der Eindruck bestätigt, dass sich die durch die ehemalige innerdeutsche Grenze zeitweise geteilten mainfränkischen Dialekte in dieser Zeit nicht auseinander entwickelt haben. Es ist lediglich feststellbar, dass sich diese im heutigen Südthüringen tendenziell besser als im heutigen Nordbayern erhalten haben, dort noch häufiger und intensiver gesprochen werden. Ein Bericht zu diesem Symposium findet sich unter: https://www.tagderfranken2019.de/files/Mitteilung-Tag-der-Franken.php?id=3

Unabhängig vom Tag der Franken fand am letzten Maiwochenende im ehemaligen Kloster Wechterswinkel im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld ein Symposium des Würzburger Diözesangeschichtsvereins ebenfalls zu einem länderübergreifenden Thema statt. Es war dort angenehm festzustellen, dass man in den Kreisen der Historiker mittlerweile noch etwas deutlicher als bisher darauf achtet, durch korrekte Wortwahl unsere Region nicht von Franken auszuschließen. Es ist schließlich auch das Ergebnis einer völlig nüchternen Betrachtung, dass unsere Region nur verwaltungstechnisch Thüringen und Mitteldeutschland zugeordnet werden kann. Die Zeit der Wettiner in unserer Region ab dem 14. (Pflege Coburg) bzw. dem 16. Jhd. bedeutet eine historische Zuordnung zu Sachsen, genauer gesagt zu Obersachsen. Zur Zeit der Wettiner gehörte der größte Teil unserer Region bis 1806 weiterhin zum Fränkischen Reichskreis und wurde dort durchaus aktiv von den Wettinern auf den Sitzen der fränkischen Grafschaft Henneberg vertreten. Hier sind wir wieder beim Tag der Franken, der an die Gründung des Fränkischen Reichskreises am 2. Juli 1500 erinnert. Wir möchten in diesem Zusammenhang anmerken, dass man die heutige Kulturregion Franken wesentlich besser und genauer mit dem ursprünglichen Gebiet der drei fränkischen Bistümer Würzburg, Eichstätt und Bamberg, also bereits vom 8. Jhd. ausgehend, historisch herleiten kann.

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